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Die Memelords von Heidelberg
Ein schöner Rücken kann auch entzücken: Diese drei Studierenden stecken hinter UniHeidelbergQuotes Foto: Nicolaus Niebylski

Die Memelords von Heidelberg

Die Köpfe hinter Uni Heidelberg Quotes meiden für gewöhnlich das Scheinwerferlicht. Für den ruprecht machen sie eine Ausnahme

Heidelberg. Es ist ein warmer Julitag an einem geheimen Ort in Bergheim. Die Betreiber der hiesigen Meme-Seite Uni Heidelberg Quotes haben sich exklusiv für den ruprecht zu einem Interview bereit erklärt. Im Schatten der alten Gebäude Heidelbergs erzählen sie von guten Memes, heißen Dozierenden und überteuerten Bäckereien.

Was war das erste Meme auf eurer Instagrampage?

F.:Angefangen hat alles mit Zitaten, deshalb auch Uni HD Quotes. Der Auslöser für die Memes waren damals 2016 die StuRa-Wahlen. Durch Jodel wurden wir inspiriert und haben dann das „5 Dinge, die noch geringer sind als die StuRa-Wahlbeteiligung“-Meme gemacht, was damit unser erstes Meme war.

Ihr hattet auch ein Meme zu den Plakaten der SRH, die durch NS-Ästhetik aufgefallen sind. Würdet ihr eure Arbeit auch als politisch bezeichnen?

K.: Ja, wir sehen uns als verlän-gerten Arm von AFD, also Axel Fucking Dreher (alle lachen). Wir sind so unpolitisch wie möglich. Wir möchten einfach aktuelle Ereignisse aufgreifen. Ein bisschen politischer waren wir allerdings, als wir für vier Wochen den Instagramaccount der RNZ übernommen haben. Da hatten wir auch einige politische Themen mit dabei. Natürlich versuchen wir aber immer, Neutralität zu bewahren.

Wie schafft man es, den Instagramaccounts der RNZ zu übernehmen?

K.: Die RNZ hatte dieses witzige Intro mit der Entenscheiße auf der Neckarwiese gedreht. Das fanden wir super und haben es geteilt. Darauf hin kamen sie auf uns zu und meinten: Habt ihr nicht Lust auf ein Take-over?

Wie organisiert ihr euch, wenn ihr ein neues Meme posten wollt?

T.: Bei der Vorstandssitzung, die einmal pro Woche stattfindet.

F.: Quatsch, alles über Whats-App. Wenn jemand eine Idee hat, wird das in die Gruppe geschrieben und dann berät man sich. Zum Beispiel das mit der SRH hatte ich in der Zeitung gesehen und dann direkt in die Gruppe gepostet, das war natürlich eine gute Steilvorlage.

K.: Aber normalerweise ist unsere erste Anlaufstelle für gute Memes natürlich der ruprecht.

Würdet ihr exklusiv im ruprecht Interview verraten, was ihr studiert?

K.: Wir haben alle Astrologie studiert. (lacht) Nein Spaß, T. stu-diert an der PH und, wie man vielleicht an den Axel Dreher Memes erkennen kann, studieren zwei von uns VWL. Die haben aber komischerweise nicht so viele Likes bekommen.

Was inspiriert euch bei eurer Arbeit als erfolgreiche Meme-Produzenten?

K.: Der Fame und die Groupies.

F.: Das Coole daran ist ein-fach, wenn einem etwas besonders dumm oder witzig vorkommt, kann man das posten. Die Leute finden es witzig, aber wissen nicht, wer dahinter steckt.

T.: Negative Seiten gibt es eigentlich kaum. Nur eine Sache bei der RNZ war ein bisschen unangenehm. Wir hatten ein Meme über die Baustelle am Hauptbahnhof gemacht, woraufhin sich ein Leser beschwert hat, dass das suggerieren würde, man wäre nicht im Zeitplan, was wir aber nie behauptet haben. Ein anderer hat drunter kommentiert: „Selbst mal Bauherr gewesen?“

Wurdet ihr schon mal auf euren eigenen Memes getaggt?

T.: Mir ist das einmal passiert. Als ich im 8. Semester war, waren alle meine Freunde schon fertig mit dem Studium. Da hab ich dieses eine Meme gemacht von wegen „Wenn du im 7. Semester bist und alle deine Freunde sind schon fertig“. Ein oder zwei Wochen später hat mir dass eine Freundin geschickt und meinte: „Hahaha, das bist du!“

Würdet ihr euch als Influencer bezeichnen?

F.: Nein, absolut nicht. Wir verkaufen ja gar nichts und versuchen auch niemanden zu beeinflussen. Wenn die Leute das, was wir machen, lustig finden, freut uns das. Wir bekommen dafür bisher kein Geld.

Auch nicht für euer „Gundel“ Place-ment? Hand auf’s Herz: Wofür habt ihr die ersten 500 Euro aus dieser Kooperation ausgegeben?

T.: Na gut, die ersten 500 Euro haben wir direkt für zwei belegte Brötchen und eine halbe Butter-brezel bei Gundel ausgegeben. Nein, Spaß, leider gab es bisher kein Geld von Gundel. Aber falls ihr das lest: Wir sind jeder Zeit für eine Kooperation bereit!

Was macht für euch ein gutes Meme aus?

T.: Wenn dreimal in den Kom-mentaren „hahaha“ steht. Dann kann ich ruhig schlafen. Das ist schließlich wie bei jedem guten Gag. Die Erwartungen müssen gebrochen werden, es muss einfach witzig sein.

 

Das Gespräch führte Stefanie Weber

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