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Speisen und Fluchen
Von Außen fällt das Crêpe Atelier in Neuenheim kaum auf. Foto: Nicolas Nieblyski

Speisen und Fluchen

Das „Crêpe Atelier“ in Neuenheim bietet französische Köstlichkeiten an, die das Herz eines jeden Feinschmeckers höher schlagen lassen. Wer könnte da widerstehen?

Beim Betreten der kuscheligen und gemütlichen Crêperie in Neuenheim, einem der extravaganten Arrondissements der Heidelberger Großstadt, weht einem sofort der Duft von französischen Spezialitäten gemischt mit der lieblichen Sehnsucht nach den Metropolen Frankreichs entgegen. Besonders an kalten Nachmittagen verspricht das wärmende Licht des kleinen Ateliers die Möglichkeit zur Entspannung und kulinarischen Reise in die Petite France.
Von außen fällt der Laden kaum auf. Während der hoffnungsvolle Besucher von dem Kellner auf einen der kleinen Plätze geleitet wird, erkennt man direkt, welche französische Spezialität hier wie sonst nirgendwo in Heidelberg zelebriert wird.
Im Gegensatz zum französischen Klischee ist die Bedienung hier außerordentlich freundlich und die Atmosphäre sehr familiär. Man fühlt sich wohl. Und dann – qu’est-ce que c’est? Bereits am Eingang kann man kleine bunte Tartelletes begutachten und stößt auf den ein oder anderen französischen Leckerbissen. In der hinteren Ecke des Cafés bereitet eine vertrauenserweckende Madame die duftende Köstlichkeit zu, sodass dem Besucher direkt zu Beginn die Dampfwolken der knusprig süßen Versuchung in die Nase steigen.
Magnifique! Hier kann man sich selbst davon überzeugen, wie die auserwählte Crêpe frisch zubereitet wird.
Die Karte des Ateliers schürt weitere Hoffnungen auf eine intensive geschmackliche Voyage nach Paris.
Hier werden sowohl die süßen Crêpes mit gefüllter Schokolade, Eis und garnierten Himbeeren als auch die deftigen Delikatessen mit geschmolzenem französischen Camembert, Pesto und sommerlichem Gemüse angeboten.
Auch die heißen Getränke lesen sich verführerisch. Neben dem hippen Matcha-Latte wird hier nach Wunsch auch der Pink-Latte, ein Teegetränk aus Roter Bete, angerichtet. Während man begierig auf seine kulinarische Ekstase wartet, verteilen in den Ecken des kleinen Cafés verliebt dreinschauende Pärchen Bisous und genießen bei leiser Hintergrundmusik den französischen Mode de Vie.
Wer schon in der Dämmerung Heißhunger auf Croissants mit Marmelade verspürt, kann das Etablissement auch schon in den frühen Morgenstunden aufsuchen. Abhängig davon, wie groß der Hunger ist, gibt es die Auswahl zwischen dem kleinen, feinen oder dem großen Frühstück. Die Wartezeit nimmt ein schnelles Ende, als der Kellner die heiß ersehnte Speise serviert. Schon beim ersten Bissen in die warme und krosse Délicatesse wird man geschmacklich ins Petite France versetzt und verweilt dort, bis man sich den letzten aromatischen Happen auf der Zunge zergehen lässt. Beim Verputzen der Köstlichkeit liegt einem ein leises „Oh là là“ auf den Lippen. Die Mischung aus warmem Chocolat, frischen Framboises und zuckriger Crêpe lässt das Coeur auch noch nach der Verkostung in einem höheren, belebten Takt schlagen. Vor allem, als die Rechnung kommt.
Et boum! C’est le choc. Leider muss man für seine kleinen Vacances in der französischen Hauptstadt auch recht tief in die Tasche greifen. Preislich liegt eine dieser auserwählten Köstlichkeiten schon bei ungefähr sieben Euro, und auch die Getränke sind nicht erschwinglicher. Deswegen ist das Atelier keine Alternative für den studentischen Snack am Nachmittag, sondern eher ein hochpreisiges Atelier für den etwas dekadenteren Anlass.
Also sollte der Studierende auch beim Besuch des Ateliers eine prall gefüllte Geldtasche bei sich tragen.
So nimmt die kulinarische Entdeckung der France Douce ein beinahe tragisches Ende. Beim Verlassen des Cafés hat man nicht nur gelernt, wie ein Pariser zu speisen, sondern auch, wie einer zu fluchen.

Von Alina Jacobs

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