• Startseite
    • ruprecht fragt
    • Glosse
    • Schlagloch
    • Pro-Contra
  • Hochschule
    • StuRa
    • Hochschule bleibt stabil
  • Studentisches Leben
    • Psychische Gesundheit
    • 7 Tage
    • Dr. Ruprechts Sprechstunde
  • Heidelberg
    • Kneipenkritik
    • Heidelberger Historie
    • OB-Wahl 2022
  • Wissenschaft
  • Feuilleton
    • Literatur
    • Musik
    • Film & Theater
    • Pro-Contra im Feuilleton
  • Weltweit
  • Die Letzte
  • Online exklusiv
  • Über Uns
    • So entsteht die Ausgabe
    • Unsere Redaktion
    • Mitmachen!
    • Impressum
  • Print
    • Printarchiv
    • Leserbriefe – Info
    • Zu den Briefen
kein Ergebnis
View All Result
ruprecht
Donnerstag, 29. Januar 2026
  • Startseite
    • ruprecht fragt
    • Glosse
    • Schlagloch
    • Pro-Contra
  • Hochschule
    • StuRa
    • Hochschule bleibt stabil
  • Studentisches Leben
    • Psychische Gesundheit
    • 7 Tage
    • Dr. Ruprechts Sprechstunde
  • Heidelberg
    • Kneipenkritik
    • Heidelberger Historie
    • OB-Wahl 2022
  • Wissenschaft
  • Feuilleton
    • Literatur
    • Musik
    • Film & Theater
    • Pro-Contra im Feuilleton
  • Weltweit
  • Die Letzte
  • Online exklusiv
  • Über Uns
    • So entsteht die Ausgabe
    • Unsere Redaktion
    • Mitmachen!
    • Impressum
  • Print
    • Printarchiv
    • Leserbriefe – Info
    • Zu den Briefen
kein Ergebnis
View All Result
ruprecht
kein Ergebnis
View All Result

Dessert für Bakterien

von Bastian Mucha
25. November 2024
in Ausgabe, Wissenschaft
Lesedauer: 3 Minuten
0
Dessert für Bakterien

Aus der Graphic Novel: Das Hesse-Paar bei der Arbeit im Labor. Grafik: Stephanie Herzog, Corrado Nai

Schon mal von Fanny Angelina Hesse gehört? Agar-Platten machen Bakterien sichtbar, doch ihre Erfinderin wird kaum gewürdigt. Wie ein indonesischer Pudding die Biologie revolutionierte

Bakterienkolonien verzieren die Plastikschale vor meinen Augen und das Laborlicht fällt durch das transparente Gel, auf dem die Bakterien wachsen. Dieser Nährboden, Agar genannt, ist für Biolog:innen auf der ganzen Welt Alltag. Agar halt. Ob Einführungspraktikum an der Uni, Impfstoffentwicklung oder Brauerei, der Nährboden ist allgegenwärtig und das seit über 100 Jahren. Zwischen namhaften Laboruntensilien – Bunsenbrenner, Petrischale oder Erlenmeyerkolben – fragt kaum jemand, woher der Agar kommt. Frühe Mikrobiolog:innen wie Pasteur oder Koch knobelten lange daran, Bakterien voneinander zu trennen. Die Mikroben in einer Flasche wachsen zu lassen war kein Problem, doch dabei schwammen verschiedene Arten durcheinander. Auf Gelatine konnte man einzelne Kolonien separieren, doch viele Bakterien mögen es warm – die Gelatine schmolz und das Experiment war hinüber. Geronnenes Ei oder Kartoffeln waren stabiler, aber nicht durchsichtig. Ende des 19. Jahrhunderts schwirrten einige Methoden umher, keine davon war besonders gut.

Die Lösung brachte Fanny Angelina Hesse, nachdem ihr Mann im Labor von Robert Koch von schmelzender Gelatine frustriert war. Über Freund:innen hatte sie von Agar erfahren, einem Geliermittel, das aus Algen hergestellt und in Indonesien für Pudding verwendet wird. Obwohl sie ihren Mann auf die Agar-Rezepte aufmerksam machte, wurde sie üblicherweise nur als Hausfrau mit einer Idee dargestellt, oder ihre Entdeckung wurde gleich Robert Koch zugeschrieben. Koch selbst unterschätzte Agar lange und erkannte den Verdienst des Hesse-Paars nie öffentlich an.

Anders als bei bahnbrechenden Entdeckungen, die männliche Kollegen für sich beanspruchen, wurde Agar fast unbemerkt in die Biologie übernommen. Lediglich zwei wissenschaftliche Veröffentlichungen, jeweils Jahrzehnte nach der Entdeckung, erwähnen Hesse. Und trotzdem ist ihr Vermächtnis unerlässlich: Als Großbritannien im zweiten Weltkrieg der Agar ausging, wurde der nationale Notstand ausgerufen. Die Antibiotika-Tests und Impfstoffe waren gefährdet.

Wie wenig heute über Fanny Angelina Hesse bekannt ist, verwunderte auch den Mikrobiologen Corrado Nai. „Das ist, als würden Journalisten noch nie von Johannes von Gutenberg gehört haben”. Deshalb kontaktierte er die Nachfahren Hesses. Urenkel Frank Hesse erinnert sich noch, wie sein Vater immer von dessen berühmter Agar-Oma erzählte. Die Familie habe sich darauf aber nie viel eingebildet und so wurde auch die von Franks Vater verfasste Biographie nie veröffentlicht. Corrados Recherchen entfachten neues Interesse und historische Zeichnungen kamen wieder ans Tageslicht.

Mit Wasserfarben hatte Fanny Angelina Hesse die auf Agar wachsenden Bakterien präzise fesgehalten. Die Zeichnungen belegen ihr tiefgreifendes Verständnis der Forschung. Im Museum des Robert-Koch-Instituts sollen die Zeichnungen nun auch ausgestellt werden. Die Biographie ist laut Corrado Nai und Frank Hesse zu persönlich, um diese als Paper zu veröffentlichen, doch Corrado hat eine Idee: Auch beim Agar ginge es darum, Unsichtbares, wie Bakterien, sichtbar zu machen. Mit einer Graphic Novel könnten die Entdeckungen Fanny Angelina Hesses für möglichst viele Menschen greifbar werden. „Ich habe noch nie eine Graphic Novel geschrieben“, merkt Corrado an, aber er stellt sich der Herausforderung. Mittlerweile hat er ein Team aus Illustrator:innen und Historiker:innen, die parallel entwerfen, illustrieren und die Biographie wissenschaftlich aufbereiten. Über die Crowdfunding-Seite „Kickstarter“ sammelten sie bereits genug Geld, um eine Kurzfassung der Graphic Novel zu finanzieren. Neben typischen Comics verwendet das Team auch ausgefallene Agar-Kunst. Dabei werden farbige Mikroben auf dem Nährmedium angeordnet, sodass sie zu einem Bild verwachsen.

Mit den bisherigen Entwürfen will Corrado nun eine:n Herrausgeber:in finden. Vergessenen Wissenschaftler:innen die verdiente Bekanntheit zu verschaffen ist harte Arbeit, aber Corrado ist zuversichtlich: „Jetzt geht es los“.  

Von Bastian Mucha 

Bastian Mucha
+ postsBio

...studierte bis 2025 Molekulare Biotechnologie, schrieb vor allem für das Ressort Wissenschaft und illustrierte Artikel. Von April 2023 bis Juli 2024 etablierte er als Leitungsmitglied die Bildredaktion. Anschließend übernahm er bis November 2024 das Online-Ressort.

  • Bastian Mucha
    Der Hype um die hässlichen Grinseviecher
  • Bastian Mucha
    Wohin mit dem Kohlenstoff?
  • Bastian Mucha
    ruprecht liebt
  • Bastian Mucha
    Wohnstatus: kompliziert   
  • Bastian Mucha
    ruprecht liebt 
  • Bastian Mucha
    Telepathischer Umsturz
  • Bastian Mucha
    „Dürfen wir Deckweiß benutzen?“
  • Bastian Mucha
    Zwischen Zitierstilen, Kopfzeilen und Kapitälchen: Verloren im Formalitätendschungel
  • Bastian Mucha
    Läuft bei dir
  • Bastian Mucha
    Heidelberger Hexensuppe
  • Bastian Mucha
    Bühne frei 2.0
  • Bastian Mucha
    ruprecht liebt 
  • Bastian Mucha
    Ist das, was Jordan wollte?
  • Bastian Mucha
    Alle Jahre wieder
  • Bastian Mucha
    ruprecht liebt
  • Bastian Mucha
    Abzocke oder Wundermittel
  • Bastian Mucha
    Wie die Blätter sich wenden
  • Bastian Mucha
    Undichte Planung
  • Bastian Mucha
    ruprecht liebt
  • Bastian Mucha
    Kaufhausbesetzung!
  • Bastian Mucha
    Pssst… Geheimtipp
  • Bastian Mucha
    Freie Fahrt für freie Bürger
  • Bastian Mucha
    Ab auf die Alm!
  • Bastian Mucha
    Eine für alle
  • Bastian Mucha
    Ruprecht liebt
  • Bastian Mucha
    Junge Trauer
  • Bastian Mucha
    Der akademische Triathlon
  • Bastian Mucha
    EM Check – Engelbert und Mbappé
  • Bastian Mucha
    Rasen Schachmatt
  • Bastian Mucha
    All die Leere
  • Bastian Mucha
    Nummer-Gegen-Kummer
  • Bastian Mucha
    Von gallischen Dörfern
  • Bastian Mucha
    Ruprecht liebt
  • Bastian Mucha
    Windkraft? Ja, aber …
  • Bastian Mucha
    Toilettengerechtigkeit
  • Bastian Mucha
    Situationships – eine Hommage
  • Bastian Mucha
    Dramaqueen
  • Bastian Mucha
    Ab in den Urlaub!
  • Bastian Mucha
    Steinbrezeln gegen Wissenshunger
  • Bastian Mucha
    Es gibt ihn wieder
  • Bastian Mucha
    ruprecht liebt
  • Bastian Mucha
    Schau mal, wer da buddelt
  • Bastian Mucha
    Studis wählen
  • Bastian Mucha
    Frauen an die Feder!
  • Bastian Mucha
    Kiffkoordinaten
  • Bastian Mucha
    An der Spitze wird’s männlich
  • Bastian Mucha
    Ruprecht liebt
  • Bastian Mucha
    Wer ist Ruprecht Karl?
  • Bastian Mucha
    ruprecht fragt, Laura antwortet
  • Bastian Mucha
    ruprecht fragt, Lorenz antwortet
  • Bastian Mucha
    Ich hab mein Herz…
  • Bastian Mucha
    Der Geldhahn wird zugedreht
  • Bastian Mucha
    Prüfungsphase
  • Bastian Mucha
    Abenteuerliche Heimreise
  • Bastian Mucha
    Produktiv, produktiver
  • Bastian Mucha
    Das neue Tribut 
  • Bastian Mucha
    ruprecht liebt
  • Bastian Mucha
    Zep hebt ab 
  • Bastian Mucha
    Astro-unlogisch
  • Bastian Mucha
    Ablassbrief fürs Klima 
  • Bastian Mucha
    Tod der Blaublüter 
  • Bastian Mucha
    Mensa à la maison
  • Bastian Mucha
    Erklär’s mir als wär ich fünf: Der Nobelpreis für Medizin 2023
  • Bastian Mucha
    Erklär’s mir als wär ich fünf: Der Nobelpreis für Chemie 2023
  • Bastian Mucha
    Erstis im Bürokratiesumpf
  • Bastian Mucha
    Vergessenes Leid
  • Bastian Mucha
    Erklär’s mir als wär ich fünf: Der Nobelpreis für Physik 2023
  • Bastian Mucha
    Ruprecht liebt
  • Bastian Mucha
    Die verlorene Ehre der Anna Blum
  • Bastian Mucha
    Viele Seiten
  • Bastian Mucha
    ruprecht fragt, Moritz antwortet
  • Bastian Mucha
    Ersti der Familie
  • Bastian Mucha
    „Wovor haben wir Angst?“
  • Bastian Mucha
    Heiße Viren suchen Wirte
  • Bastian Mucha
    ruprecht liebt
  • Bastian Mucha
    Mikroorganismen mampfen Müll
  • Bastian Mucha
    Made in Heidelberg
  • Bastian Mucha
    Sprengt Bargeld den Rahmen?
  • Bastian Mucha
    Vintage-Atlas
  • Bastian Mucha
    Chroniken des Zerfalls
  • Bastian Mucha
    Get that D
  • Bastian Mucha
    … lasst es lieber!
  • Bastian Mucha
    Laborfleisch: bislang blutig
Tags: AgarAgar-PlattenBakterienForschungGraphicNovelNährbodenNr. 211WissenschaftWissenschafter:innen

Empfohlene Artikel

Gewohnheitssache?
Ausgabe

Gewohnheitssache?

29. Januar 2026
Gefälscht statt geforscht
Ausgabe

Gefälscht statt geforscht

15. Januar 2026
Speichellecker
Ausgabe

Speichellecker

11. Januar 2026
Alice Ball 
Ausgabe

Alice Ball 

8. Januar 2026
nächster Artikel
Blut, Schweiß und Tastatur

Blut, Schweiß und Tastatur

Eat, Pray, Leave

Eat, Pray, Leave

ruprecht fragt, Lennart Sass antwortet

ruprecht fragt, Lennart Sass antwortet

Schreibe einen Kommentar Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert


  • Impressum
  • Datenschutzerklärung
  • Printarchiv
  • Unsere Redaktion

kein Ergebnis
View All Result
  • Startseite
    • ruprecht fragt
    • Glosse
    • Schlagloch
    • Pro-Contra
  • Hochschule
    • StuRa
    • Hochschule bleibt stabil
  • Studentisches Leben
    • Psychische Gesundheit
    • 7 Tage
    • Dr. Ruprechts Sprechstunde
  • Heidelberg
    • Kneipenkritik
    • Heidelberger Historie
    • OB-Wahl 2022
  • Wissenschaft
  • Feuilleton
    • Literatur
    • Musik
    • Film & Theater
    • Pro-Contra im Feuilleton
  • Weltweit
  • Die Letzte
  • Online exklusiv
  • Über Uns
    • So entsteht die Ausgabe
    • Unsere Redaktion
    • Mitmachen!
    • Impressum
  • Print
    • Printarchiv
    • Leserbriefe – Info
    • Zu den Briefen