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Sie sind noch da

von Marei Karlitschek, Annika Bacdorf und Mara Renner
28. August 2024
in Ausgabe, Hochschule
Lesedauer: 4 Minuten
0
Sie sind noch da

Grafik: Mara Renner

Im Treppenaufgang des Historischen Seminars hängt eine lange Reihe von Porträts Heidelberger Historiker. Über die Daseinsberechtigung einzelner Bilder wird diskutiert 

Intern wird sie die Spirale des Todes genannt: Die Wendeltreppe des Historischen Seminars, die zu den Räumen der Bibliothek des Historischen Seminars und den Büros der Professor:innen führt. 44 Augenpaare in hölzernen Bilderrahmen beobachten jede:n, die:der die Treppe erklimmt. Es sind die Augen der verstorbenen Professoren der Fakultät. Ihre Porträts hängen hier prominent, sie sind mit Namen und Jahreszahlen der Professuren gekennzeichnet. Aufgehängt wurden die Porträts im Rahmen eines Jubiläums 1986 und sollen repräsentativ die Geschichte des historischen Seminars abbilden.  

Entstanden ist die „Spirale“ aus einer ehemaligen Ringvorlesung. Wieso hat man sich aber dazu entschieden, nur die verstorbenen Professoren zu ehren und keine weiteren Lehrenden oder Mitarbeitenden? Hat nie eine einzige Frau das Seminar betreten? Und wer hängt da eigentlich genau? 

Die Reihe beginnt mit Professor Friedrich Wilken im Jahre 1805, und der 2013 verstorbene Historiker Stefan Weinfurter bildet den aktuellen Abschluss. Neben trivialen Angelegenheiten, wie, dass an der Wand langsam der Platz für weitere Porträts ausgeht, wird die kommentarlose Darstellung einiger Professoren intern als auch von Studierenden kritisiert. So ist da beispielsweise Heinrich von Treitschke, der Ende des 19. Jahrhunderts eine Professur innehatte. Er war zwar einer der populärsten und meistgelesenen Historiker seiner Zeit, wurde aber auch von vielen seiner Kolleg:innen abgelehnt, weil er nationalistische und antisemitische Thesen verbreitete.  

Aus heutiger Sicht haben Treitschkes Schriften den Antisemitismus in Deutschland mit salonfähig gemacht. Ein anderer Professor, Günther Franz, der 1935 seine Professur in Heidelberg antrat, war bekennender Nationalsozialist. Franz trat früh der NSDAP und SA bei. Später wechselte er zur SS und bekleidete dort höchste Ämter wie das des Hauptsturmführers. In der Spirale des Todes fehlen ausführliche Angaben zu den Professoren. Ist es in Ordnung, dass diese Professoren auf gleiche Weise wie alle anderen gewürdigt werden? Sollte man sie abhängen oder verdeckt man so auch die eigene Geschichte? Eines ist sicher: Differenzierte Darstellung geht anders. 

Das sehen einige der Lehrenden des Historischen Seminars genauso. Ihre Idee: Auch die Studierendenperspektive in eine mögliche Umgestaltung der Ausstellung einfließen lassen. Hieraus entstand in diesem Semester, als Anfang dieses Langzeitprojektes, erstmals eine Doppelübung, die sich ausführlich mit den einzelnen Biographien der Professoren auseinandersetzt. 

 Nikolas Jaspert, einer der beiden Professoren der Übung, berichtet, wie sie in dem Kurs mit den Biographien der Professoren umgehen. „Wir versuchen, Historiker als Historiker zu sehen, nicht als politische Figuren.“ Ziel der Übung ist es, die Professoren sorgfältig in ihren historischen Kontext einzuordnen und differenziert dessen Auswirkung auf ihre Arbeit zu betrachten. Der Fokus soll nicht nur auf den kontroversen Figuren liegen, jeder Professor, vorerst nur der Mediävistik, soll Beachtung finden. In diesem Semester werden „voraussichtlich erst mal nur Biogramme erstellt, mit denen man die Professoren politisch und wissenschaftlich einordnen kann“, so Jaspert. Durch die Zusammenarbeit von Lehrenden und Studierenden soll die Ausstellung der Porträts dann einfallsreicher gestaltet werden, beispielsweise durch QR-Codes oder andere innovative Ideen. Möglicherweise können auch andere Mitarbeitende des Historischen Seminars einen Platz finden um so die vielfältige Geschichte des Seminars besser darzustellen. 

Während der Recherche zur Ehrung der Geschichte des Historischen Seminars ist aufgefallen, dass auch andere Fakultäten ihre ehemaligen Professoren prominent ausstellen, zum Beispiel die Juristische Fakultät. 

 Im Juristischen Seminar in der Friedrich-Ebert-Anlage ist es zwar schwieriger, die Wand voller Porträts zu finden, doch wenn man sich auf Spurensuche in dem dunklen Gebäude begibt, entdeckt man ebenfalls ältere, in Gold gerahmte Herren. Hier hängen kommentarlos Personen wie Wolfgang Hefermehl, hochrangiger Mitarbeiter des Reichsjustizministeriums und Mitglied der SS, in einer Reihe mit Walter Jellinek, der aufgrund seiner jüdischen Herkunft seine Professur in Heidelberg ablegen musste. 

Auch hier stellt sich die Frage: Wie geht man mit den umstrittenen Professoren um? Sollte man die Wissenschaft von der Person trennen? Momentan ist in der Rechtswissenschaft kaum eine kritische Einordnung in den historischen Kontext zu beobachten. Dass das ein Problem ist, erkennt auch die Juristische Fakultät auf Anfrage des ruprecht an. Die derzeitige Ausstellung der ehemaligen Professoren sei eine Übergangslösung, bedingt durch die mehrfach aufgeschobene Renovierung des Juristischen Seminars. 

Eine Möglichkeit, wie eine differenzierte Darstellung aussehen könnte, findet sich im Treppenhaus der Alten Universität. Hier hängen die Porträts Heidelberger Nobelpreisträger. So ist dort beispielsweise Richard Kuhn ausgestellt. In einem kurzen Informationstext zu seiner Person steht, dass er Träger des Nobelpreises der Chemie ist, aber ebenfalls bekennender Nationalsozialist und über Versuche an KZ-Häftlingen informiert war. 

 Aus der Universität Heidelberg wurden während des Dritten Reiches 62 von 206 Professoren, Dozenten und Lehrbeauftragte ausgeschlossen oder zur Emeritierung gezwungen. Es sollte klar sein, dass ein kritischer Umgang mit unserer Geschichte immer noch notwendig ist. Durch Vorträge, die auch die politische Seite der Professoren thematisieren, Übungen, die die Perspektive und Recherche der Studierenden inkludieren und die Einsicht, dass die momentane unkommentierte Ehrung schon lange nicht mehr zeitgemäß ist, folgen die ersten Schritte in eine neue Richtung. Das bedeutet endlich: Für die Spirale des Todes ist die Zeit abgelaufen. 

Von Marei Karlitschek und Annika Bacdorf 

Marei Karlitschek
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Tags: HistorikerHistorisches SeminarHochschulekontroverse FigurenNr. 210SSUniversität

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