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7 Tage wohnungslos

Wie schnell es gehen kann, ohne Wohnung und ohne Geld dazustehen, hat unsere Autorin selbst erlebt. Ein persönlicher Bericht über die Fehler im System

von Nele Bianga und Nicolaus Niebylski
19. November 2019
in 7 Tage, Studentisches Leben
Lesedauer: 3 Minuten
0
7 Tage wohnungslos

Menschen lassen sich leider nur schwer in Umzugskartons lagern. Foto: Nicolaus Niebylski

„Unverschuldet und plötzlich“ – diese Kriterien müssen erfüllt sein, um beispielsweise die Hilfe des Notlagenstipendiums für finanziell schwierige Situationen in Anspruch nehmen zu können. Das Stellen einer Schuldfrage, das Aufwerfen von moralischen Kategorien steht oft zu Anfang der Betrachtung von Obdachlosigkeit. Schließlich kann man ja einfach arbeiten gehen und „in Deutschland muss keiner auf der Straße leben“. Wohnungslosigkeit, das passiert mir doch nicht, nicht wenn ich es bis nach Heidelberg an die Uni geschafft habe, nahm auch ich bisher naiv an. Doch an einem Abend im Oktober erhielt ich eine Mail, dass ich bis in zwei Tagen mein Wohnheimzimmer räumen solle. Ansonsten laufe ich Gefahr, aufkommende Kosten für die Nachmieterin zu tragen. Zwischen der Nachricht und dem Auszugstermin, am übernächsten Tag um 11 Uhr, lag ein Feiertag. Der Beginn eines unfreiwilligen Experiments: sieben Tage Wohnungslosigkeit.

Zwar bin ich nicht auf der Straße gelandet, ich wurde aufgefangen durch Freunde, die mir Unterkunft, Essen und Gesellschaft schenkten. Doch beinahe gleichzeitig endete mein BAföG, Gehalt von meinem Nebenjob würde ich erst Ende des Monats bekommen – eine neue Miete und Kaution sind nicht drin. Natürlich erreichte mich jene Mail nicht aus heiterem Himmel. Es gibt eine Wohnhöchstdauer, diese lässt sich verlängern, indem man Sonderaufgaben übernimmt: Das heißt, die Hausmeister unterstützen bei Dingen wie Müll sammeln, Wohnungen putzen. Die Anmeldefrist dafür hatte ich verpasst, dann verspätet mit der Arbeit angefangen, zum Auszugstermin fehlte noch ein Tag Arbeitsstunden. So gesehen bin ich verdienterweise in eine Notlage geraten.

Jedoch kann man das Narrativ auch anders erzählen, Faktoren in den Blick nehmen, die sich nur schwer in Zahlen fassen lassen.


Hashtag mentale Gesundheit: Gelegentliche depressive Phasen hatten die nervige Eigenschaft, viel Raum und Energie einzunehmen, dabei rückten Konzepte wie Regelstudienzeit eher in die Ferne. Dazu ein Erlebnis im Sommer, das ich nach mehreren Monaten nun als traumatisch fassen kann, dessen Beschreibung eher auf Twitter in der MeToo-Bewegung Platz finden würde als hier. Priorität hatte erst einmal die Suche nach einem Therapieplatz, gleichzeitig der Versuch, Uni, ruprecht und Arbeit zu jonglieren. Dies soll weder Rechtfertigung oder Entschuldigung sein, noch ein Versuch Mitleid zu erhalten. Exemplarisch kann es aber doch verdeutlichen, dass viele Faktoren in eine derartige Krise führen können. Vielleicht ein Aufruf nach Empathie und Menschlichkeit für diejenigen, die nicht durch ihr soziales Netz in einer symbolischen Hängematte landen konnten. Gegenüber denjenigen, die man so gerne an den Rand der Gesellschaft schiebt, auf der Straße ignoriert und die unsichtbar unter einer Brücke landen.


Keine Adresse zu haben ist ein Dilemma. Man benötigt eine Wohnung um Arbeitsverträge unterzeichnen zu können, um Dinge wie Wohngeld zu beantragen. Eine Zeit lang lassen sich zwar noch Schreiben aus dem früheren Briefkasten fischen, doch vor allem um unbezahlte Rechnungen in der Hand zu halten. Die Überlegung, ob ich meinen Sprachkurs, der studiumsnotwendig ist, bezahlen oder mich um liegengebliebene GEZ-Gebühren kümmern sollte, führt angesichts der vierzig Cent auf der Bank ins Nichts.

So stehen erst einmal existentiellere Dinge im Vordergrund – das Essen für die nächsten Tage beispielsweise. Plasmaspende ist dabei eine Option, schnell an ein wenig Geld zu kommen. So liege ich also mit einer Nadel im Arm und der Aussicht auf 20 Euro in einem weißen Raum und überlege mir, ob ich hier meinen Körper verkaufe oder eine Art indirekten Autokannibalismus betreibe. Mit Plasmaspendengeld und Ironie lässt es sich tatsächlich einige Zeit überleben.

Es klingt nach einer Ausrede, doch geliehene Bücher verschwanden in Umzugskartons, die offenen Gebühren bei der UB summierten sich so weit, dass ich gesperrt wurde, weshalb ich meine Hausarbeiten nicht weiterschreiben kann. Zwangsweise Prokrastination bis zum Ende des Monats. Sich nur eine Mahlzeit am Tag leisten zu können, ist einfach Intervallfasten. Auch den Namen „Zukunftskonto“ für meine Sammlung an Cents kann ich nur als Sarkasmus seitens der Sparkasse verstehen.

Insgesamt sind aus sieben Tagen mehr als zwei Wochen geworden. Trotzdem, ich hatte Glück, ich konnte mir bei Freunden Geld für Miete und Kaution leihen und bekam ein WG-Zimmer vermittelt.

Mein Leben fühlt sich noch immer an wie eine Baustelle ohne Bauplan und mit mangelnden Sicherheitsvorkehrungen – doch das Gefühl, endlich in einem eigenen Bett eine Nacht durchschlafen zu können, ist ein wichtiger Anhaltspunkt.

Von Nele Bianga

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Nicolaus Niebylski
Fotograf |  + postsBio

Nicolaus Niebylski studiert Biowissenschaften. Beim ruprecht ist er seit dem Sommersemester 2017 tätig – meist als Fotograf. Er bevorzugt Reportagefotografie und schreibt über Entwicklungen in Gesellschaft, Kunst und Technik. Seit November 2022 leitet er das Ressort Heidelberg. Zuvor war er, beginnend 2019, für die Ressorts Studentisches Leben, PR & Social Media und die Letzte zuständig, die Satireseite des ruprecht.

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