Kommt das nächste College Start-up aus Heidelberg?
Die Vorstellung, ein Unternehmen zu gründen, ist einem Großteil der Studierendenschaft fremd. Das persönliche und das finanzielle Risiko erschweren den Einstieg in das Gründertum. Es scheint so, als wäre keine Idee mehr originell. Trotzdem lag die Stadt Heidelberg 2024 auf Platz 1 der Anzahl an Start-up Neugründungen pro 100.000 Einwohner. Dabei spielt die Universität Heidelberg eine bedeutsame Rolle. Durch Angebote des universitären Innovations- und Transferzentrums Hei_INNOVATION entstehen zahlreiche Start-ups, aus denen zum Teil ausgewachsene Unternehmen hervorgehen. Lena Weickert und Maraike Zahn gründeten beispielsweise 2024 ihr Start-up „Little Life Support“ und bieten „maßgeschneiderte Schulungen für Betreuungspersonal an, das mit Kindern mit Epilepsie arbeitet.“
Im Interview erzählen die Beiden, wie sie es erfolgreich von einer Idee zum Gründertum geschafft haben. Für die zwei Freundinnen, die schon gemeinsam zur Schule gingen, begann der Weg mit einem Wunsch: „Dass wir zusammen an etwas arbeiten können und zusammen an einem Strang ziehen – eine Idee umsetzen, die wir für sinnvoll halten.“ Diese Idee ist den gelernten Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen während ihres anschließenden Studiums begegnet, als sie eine Erfahrung einer angehenden Sonderpädagogin mitbekamen: „Das kann ja eigentlich nicht sein, dass wir Plätze in dieser Welt haben, wo chronisch kranke Menschen sich bevorzugt aufhalten und wir nicht geschultes Personal haben, das auf diese Menschen achtet.“ Aus diesem Erlebnis ist über die Zeit „Little Life Support entstanden“ Im Laufe ihres Studiums kamen sie immer wieder durch Pflicht- und Wahlmodule und Veranstaltungen in Kontakt mit Angeboten des Transferzentrums der Universität Heidelberg, Hei_INNOVATION.
„Ich glaube, hättest du uns vor fünf Jahren gefragt, ob wir es uns vorstellen könnten, ein Unternehmen zu gründen, hätten wir beide mit dem Kopf geschüttelt. Und dann wurde das ganze Gründen von einem großen Berg auf kleine Häufchen runtergebrochen. Und dann haben wir gesagt: ‚Dann kann man ja eigentlich nichts verlieren.‘ Das war das einzige, was für uns dagegen gesprochen hat – alleine damit zu sein und diese ganze Verantwortung auf vier Schultern zu verteilen. Über ein [Hei_INNOVATION] Stipendium hatten wir diese Last abgenommen bekommen und haben uns in das Abenteuer Gründertum gestürzt.“
„Am Markt etablieren sich relativ viele. Wir sehen schon mehr als 50 Prozent derer, die hier aus der Forschung kommen, sind am Markt erfolgreich. Diejenigen, die möglichst schnell, möglichst stark wachsen, um möglichst viel Geld zu generieren, sind ganz wenige.“ erzählt uns Raoul Haschke, Teamleiter und Koordinator von Hei_INNOVATION. Nur eine Minderheit kann erwarten, dass sich die Gründung als das nächste Facebook entpuppt. „Die Wahrscheinlichkeit, sich in einer Nische am Markt etablieren zu können, ist höher, als man denken könnte.“ Die Betreuung von Start-Up-Gründungen macht aber nur einen Teil der Arbeit aus, weiß Anna Echtenacher, Mitarbeiterin bei Hei_INNOVATION. „Das, was wir versuchen, ist, uns mit den Ideengebern hinzusetzen und zu schauen, wo die Idee am meisten Wirkung entfalten kann.“
Die Zusammenarbeit mit NGOs, Behörden, Podcasts und vielen mehr sind Felder, in denen neue Ideen greifen können. „Es geht am Ende um die Einstellung, die wir in Deutschland brauchen. Wenn ich eine positive Grundeinstellung habe, bin ich mehr bereit, zu gründen.“, schließt Raoul Raschke.
Von Marvin Otiji und Simon Buck
… studiert Geschichte im Master (vorher Politik & Geschichte im wunderschönen Greifswald) und schreibt seit Frühling 2026 für den Ruprecht. Er begeistert sich für Themen rund um KI, wirtschaftliche Zusammenhänge und Geopolitik.
...schreibt wonach ihr grade der Sinn steht und leitet seit dem Sommersemester 2025 die Bildredaktion als 50% einer Doppelspitze






