Nerdcorner: Schonmal zusammen gehackt? Hackathons neu entdeckt
Ein Marathon ist einfach zu viel. 42 Kilometer kommen für mich keinesfalls infrage. Mich jedoch 48 Stunden mit vielen Fremden in einen Raum einschließen zu lassen, um gemeinsam ein Problem zu lösen – das schon eher. Herzlich willkommen beim Hackathon.
Hackathons sind kompetitive Veranstaltungen, bei denen Teams die beste Lösung für ein vorgegebenes Problem entwickeln. Sie dauern oft mehrere Tage und haben ihren Ursprung in der Soft- und Hardwareentwicklung. Seitdem erfreuen sie sich wachsender Beliebtheit, insbesondere unter Informatiker:innen. Neben einführenden Vorträgen zu übergreifenden Themen wie etwa „nachhaltige Technologie“ bieten Hackathons die Möglichkeit, je nach Interesse mit unterschiedlichen Menschen zusammenzuarbeiten, die sich idealerweise zu einem erfolgreichen Team ergänzen.
Hackathons finden auch im Rahmen von Open-Science-Initiativen statt. Die meist interdisziplinären Teams präsentieren ihre Daten, Forschungsprozesse und Ergebnisse verständlich und frei zugänglich. So profitieren deutlich mehr Menschen von den erarbeiteten Lösungsansätzen als von einem Paper hinter einer Paywall.
Nicht nur die Zielgruppe der Forschungsergebnisse, auch die Teilnehmenden dieser Veranstaltungen sind oft sehr divers. Neben etablierten Forscher:innen können auch Personen aus der Wirtschaft oder dem Bildungswesen eingebunden sein. Manche Hackathons richten sich sogar direkt an die Durchschnittsbürger:innen – man spricht dann von Citizen Science.
Falls das interessant klingt, keine Scheu. Wer an einem Hackathon teilnehmen möchte, findet auch als Studi gute Chancen auf passende Formate. In den letzten Jahren haben sich zahlreiche Hackathons spezifisch für Studierende etabliert, die sich ideal als Einstieg eignen. Besonders viel lässt sich dabei von erfahreneren Teilnehmer:innen lernen. Wer Freude an kniffligen Fragen und Lösungen hat, ist hier genau richtig. Auch an der Uni Heidelberg finden gelegentlich Hackathons statt, so etwa im vergangenen Februar oder im Juli.
Die gute Nachricht für alle Nicht-Informatiker:innen: Auch Ihr könnt fündig werden. Inzwischen gibt es Hackathons in vielen weiteren Disziplinen, auch in den Geistes- und Kulturwissenschaften. 2021 fand in Potsdam sogar ein „Poesie-Hackathon“ statt. Kulturhackathons zu Themen wie Digital Humanities oder Cultural Heritage werden ebenfalls immer häufiger. Potenziell kann also jede:r das passende Format finden.
Von Laetitia Klein
...ist schon immer gerne der Frage Warum nachgegangen. Diese Leidenschaft prägt nicht nur ihr Studium der Geschichte und Politikwissenschaften sondern seit 2025 auch ihre Mitarbeit beim ruprecht. Besonders gerne verliert sie sich in Recherchen oder Aktuellem aus Kultur und Politik.
...studiert Biowissenschaften, schreibt seit WS 2023 für den Ruprecht und nutzt Interviews als Grund um mit interessanten Leuten zu reden
...schreibt wonach ihr grade der Sinn steht und leitet seit dem Sommersemester 2025 die Bildredaktion als 50% einer Doppelspitze







