Der verschneite Norden – Das perfekte Ziel für Reisende Sparfüchse
Eine winterlich verschneite Auszeit im Norden Norwegens – klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Aber eben nur fast, so schwer ist das nämlich gar nicht, und so teuer übrigens auch nicht. In den Semesterferien habe ich mich also auf den Weg in den hohen Norden gemacht. Im Rahmen des Wwoofer – Programms habe ich drei Wochen in der Nähe Tromsøs verbracht, dort Nordlichter gesehen, im Fjord gebadet und zahllose Schneewanderungen unternommen. Doch von vorne: Um dem deutschen Winterregen zu entfliehen, plane ich, über die Semesterferien einige Zeit nach Norwegen zu fliegen. Dabei stoße ich auf die Möglichkeit des Wwoofings (kurz für Worldwide Organisation of Organic Farming), eine Art Gastfamiliensystem, bei dem man auf einer privat betriebenen Farm unterkommt und gegen Mithilfe im Alltag Kost und Logis bekommt. Die einzigen Kosten sind also die Flüge.
Und so lande ich in einem kleinen Dorf mitten in den norwegischen Alpen. Die kleinen roten und gelben Häuschen sitzen direkt am Fjord und passen sich perfekt der Bilderbuch-Kulisse an: Überragend hohe Berge erstrecken sich direkt neben dem glitzernden Fjord in die Höhe. Mitten in dieser Idylle habe ich für drei Wochen auf einer kleinen Erdbeerfarm direkt am Fjord gelebt. Das Hauptgebäude, eine ehemalige Schule, wird heute als Bed and Breakfast genutzt und da im Winter auf den Feldern wenig zu tun war, bestand meine Aufgabe und die der anderen Wwoofer:innen hauptsächlich darin, in der Unterkunft mitzuhelfen. Sowohl die Familie als auch die anderen Wwoofer:innen waren alle super nett und die Arbeit hat meistens Spaß gemacht.
Fjord und Berge bilden zusammen eine Bilderbuch-Kulisse
Bei den kurzen Arbeitszeiten blieb also trotzdem genug Zeit für eigene Unternehmungen. Mit den Bergen direkt vor der Tür war die Gelegenheit perfekt für jede Menge Wanderungen. Fast immer mit Schneeschuhen unter den Füßen habe ich mal alleine, mal mit den anderen Wwoofer:innen zusammen, verschiedene Gipfel erklommen. Der Ausblick war dabei jedes Mal den Aufstieg wert! Noch besser war jedoch immer der Abstieg: Wie kleine Kinder sind wir oft mit „Poporutschern“ die Berge runter gejagt und mit Schnee in Jacke und Hose ziemlich glücklich wieder im warmen Zuhause angekommen.
Andere Wanderungen führten uns direkt am Fjord entlang. Hier gibt es eingefrorene Wasserfälle, Rentiere und manchmal sogar Elche zu sehen. Wenn das Wasser dann besonders verlockend geglitzert hat, haben wir uns auch mal reingewagt und sind dank des sofortigen Kälteschocks schnell wieder rausgerannt.
Da ist der feuerbeheizte Whirlpool direkt am Fjord die bessere Lösung. Der gehört nämlich auch noch zum Gelände unserer Wwoofing-Familie und so war es immer ein Highlight, wenn wir ihn abends nutzen durften – ganz besonders dann, wenn sich die Nordlichter gezeigt haben. Wie von Magie gelenkt, tanzen die farbenfrohen Lichter über den Nachthimmel und verzaubern die Landschaft noch mehr.
Aber auch der Winter in Norwegen hat seine schlechten Seiten. Eine Woche lang hat es fast ununterbrochen geschneit und wegen der Lawinengefahr wurde davor gewarnt, in die Berge zu gehen. Doch das Schöne überwiegt definitiv und so kann ich jeder:m nicht nur die Erfahrung des Wwoofings, sondern auch einen Winter in Norwegen nur empfehlen.
Von Lara Husemann







