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Dichterinnen und Denkerinnen …

von Raphaela Volk, Paula Friebel, Pauline Ammon, Julia Chantal Müller und Roxane Schwanke
18. Juni 2026
in Ausgabe, Heidelberg
Lesedauer: 3 Minuten
0
Dichterinnen und Denkerinnen …

Endlich mal keine berühmten Männer. Grafik: Roxane Schwanke

 … und Steffi Graf. Viele berühmte Frauen lebten und wirkten in Heidelberg. Wir stellen euch die Bekanntesten vor

Stefanie Graf

Eine wie keine. Überraschend schlicht verkündete Steffi Graf das Ende ihrer Karriere bei einer Pressekonferenz in Heidelberg, wo sie 26 Jahre zuvor ihre ersten Schritte im Tischtennis wagte. Von ihrem Vater gedrillt und mit Talent gesegnet, startete sie 1973 im Heidelberger Tennis Club. Es zahlte sich aus. Sie führte 377 Wochen die Weltrangliste an und gewann 22 Grand-Slam Turniere sowie sieben Mal Wimbledon. Als erste (und einzige) Spielerin wurde ihr der Golden Slam verliehen.

Marie Baum

Marie Baum war Politikerin, Dozentin, Chemikerin, Publizistin, Fürsorgebeamtin und Wegbereiterin der Sozialen Arbeit. Unermüdlich kämpfte sie für diejenigen, die es am Nötigsten hatten. Sie setzte sich für Kinder und Frauen ein – einige Jahre später war sie Teil der Weimarer Nationalversammlung. In Heidelberg dozierte sie zweimal und unterstützte in Zeiten des Nationalsozialismus jüdische Bürger:innen bei der Ausreise.

Von Raphaela Volk

Hilde Domin

Als „Die einzige Rückkehrerin“ betrachtete sich die Lyrikerin Hilde Domin, als sie nach Jahren des Exils wieder in ihrer einstigen Studienstadt Heidelberg ankam. 1933 war sie wegen ihrer jüdischen Abstammung vor den Nationalsozialisten geflohen, doch anders als die meisten ihrer Schicksalsgefährt:innen kehrte sie in die „Tätergesellschaft“ zurück. Erfahrungen von Verfolgung, Flucht und Fremdsein – das verewigte sie in ihren Gedichten und blühte bei Schulbesuchen als Aufklärerin der jüngeren Generation auf.

Von Paula Friebel

Hannah Arendt

Die „politische Theoretikerin“, wie sich Hannah Arendt selbst bezeichnete, versuchte schon früh, die großen Fragen ihrer Zeit zu verstehen. Nach Heidelberg kam sie, um bei Karl Jaspers zu promovieren. 1933 floh sie vor den Nazis in die USA. Sie schrieb über Totalitarismus, die jüdische Existenz und die Shoah und prägte den Begriff der „Banalität des Bösen“.

Von Pauline Ammon

Gerta von Ubisch

Als außerordentliche Professorin der Uni Heidelberg gekürt, Alleinstehende in einer männerdominierten Gesellschaft: Gerta von Ubisch war die erste Frau, die in Heidelberg habilitierte und die 15. in ganz Deutschland. Sie studierte zuerst Physik, ihr Leben widmete sie jedoch der Botanik und der Vererbungslehre. 1933 musste sie auf Grund ihrer jüdischen Vorfahren ihren Lehrauftrag ablegen, welchen sie nie zurück bekam.

Ein Typoskript „Zwischen allen Welten“ mit ihren Lebenserfahrungen wird in der Heidelberger Unibib gehütet.

Liselotte von der Pfalz

„Ich bin und bleibe eine Pfälzerin“ – Liselotte von der Pfalz war eine schreiblustige und ehrliche Persönlichkeit. Wie sonst hätte sie etwa 60.000 Briefe über die Intrigen am Hof Ludwigs des XIV. schreiben können?

Ihr Leben war geprägt von einer Lavendelehe mit dem Bruder des Sonnenkönigs und den damals für eine Frau ungewohnten Jagdgängen mit ihrem Schwager.

Aufgrund der Isolation und des starren Hofalltags, sehnte sie sich lebenslang nach ihrer Heimat Heidelberg.

Von Julia Müller

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...studiert Musikwissenschaften und Anglistik im Bachelor und leitet seit dem WiSe 25/26 das Ressort "Weltweit". Am liebsten schreibt sie über politisch und kulturell relevante Themen. Vor allem aber freut sie sich über jede Möglichkeit, spannende Dinge zu recherchieren.

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Tags: berühmte FrauenDenkerinnenDichterinnenHeidelbergKulturNr. 220

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