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Wer kümmert sich?

von Katharina Frank und Pauline Cornelia Ahner
9. Juni 2026
in Ausgabe, Heidelberg, Startseite
Lesedauer: 2 Minuten
0
Wer kümmert sich?

Foto: Pauline Cornelia Ahner

Was passiert, wenn ein Kind Hilfe braucht

Den deutschen Behörden gegenüber wurden 2025 fast 239.400 Verdachtsmeldungen von Kindeswohlgefährdungen gemeldet, von denen sich 72.800 als akut herausstellten. Statistisch sind diese Kinder im Durchschnitt rund 8,3 Jahre alt, über 90 Prozent bleiben in der Struktur der Kinder- und Jugendhilfe. „Traumatische Erfahrungen, Vernachlässigungen, körperlicher und sexueller Missbrauch, die Bandbreite ist riesengroß“, sagt Cedric Naas, der Leiter der Inobhutnahme des Heidelberger Luise-Scheppler-Heims.

Das Luise-Scheppler-Heim liegt recht abgelegen in Handschuhsheim, fast im Wald. Das Heim betreut rund 30 Kinder stationär. „Die stationäre Aufnahme ist dabei das letzte Mittel der Hilfe“, so Mario Schmid, Geschäftsführer des Luise-Scheppler-Heims.

„Es ist schwierig – Das Heim ist das Zuhause der Kinder und nicht meins, ich kann wieder gehen. Man kann sich einfühlen, man bekommt gewisse Dinge mit, aber das Empfinden, auch die Erfahrung, die hat man selber nicht gemacht.“

Trotz dieser prekären Situation gibt es politische Planungen zur Kürzung der Mittel für die Unterstützung der Kinder- und Jugendhilfe. So sollen ab 2034 mehr als eine Milliarde pro Jahr eingespart werden. Diese Einsparungen beschränken die mögliche Hilfe, die angeboten werden kann. Das sieht auch Mario Schmid. Er erzählt uns: „Das ist das, womit ich mich hauptsächlich nur noch beschäftige, nämlich: Wie kommen wir praktisch an Ressourcen, damit wir im Prinzip das Niveau, was wir haben, halten können?“

„In der Umsetzung ist auch vieles nicht möglich, weil man die finanziellen Mittel nicht hat“, so Mario Schmid weiter.

Gleichzeitig würden die Fälle krasser, der Bedarf extremer und höher. Pädagogische Arbeit ist eingeschränkt möglich, da viel Arbeitsaufwand in Verwaltung, Instandhaltung und Organisation einfließt; für die Kinder und Jugendlichen bleibt meistens weniger Zeit. Und doch: Wie eine Gesellschaft mit ihren verletzlichsten Teilen umgeht, zeigt letztlich, welchen Wert Fürsorge, Schutz und Menschlichkeit in ihr tatsächlich haben.

Von Katharina Frank und D. Menzel (Name von der Redaktion geändert)

Katharina Frank
+ postsBio

...studiert Physik im Bachelor und schreibt seit Ende 2023 für den ruprecht. Sie interessiert sich besonders für Wissenschaftskommunikation und Berichte aus Musik, Film und Fernsehen.

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Pauline Cornelia Ahner
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    Tags: Heidelberger Luise-Scheppler-HeimKinder- und JugendhilfeKinderheimKindeswohlgefährdungNr. 220

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