Wir haben uns an die Disziplin „Samstag in der Heidelberger Altstadt“ gewagt. Ein Bericht unserer Hochleistungssportlerinnen
Glosse
Wer an einem Samstag bei schönem Wetter nicht entspannen kann, sondern sich den unter der Woche nicht abgehakten Erledigungen stellen muss, der wird mit einer Heidelberg-exklusiven olympischen Disziplin begrüßt: Slalom durch die Hauptstraße. Denn während man selbst zielgesteuert mit einer Mission durch die Altstadt düst, denken manche Stadtbewohner:innen, sie könnten so frech sein und in ihrer Freizeit den Weg versperren. Um langsame Schaufenster-Shopper:innen, wild kreuz und quer laufende Kinder und Matcha-suchende Jungblüter:innen herum kann auch der Weg zum Postamt zu einem Abenteuer werden. Brauchst du eine neue Zahnbürste? Kein Problem, die Schlange im Dm ist nur drei Kilometer lang. Für den Muttertag ein Last-Minute-Geschenk besorgen, weil man einmal an die Blumen gedacht haben will und die Geschwister sich eh wieder auf einen verlassen? Kein Ding, musst nur zwei Stunden warten, um mit dem letzten verfügbaren Strauß dann zurückzulaufen, in der Hoffnung, dass der ständig in einen reinlaufende Gegenverkehr alle Blütenblätter dranlässt. Und wenn du vom Thalia mit deinem bestellten Lehrbuch, das auch als Trainingsgewicht durchgehen würde, wieder in die Tram möchtest, ist der Sport gleich mitabgehakt. Sollten dir die grölenden Menschen der unzähligen Junggesell:innenabschiede in den Ohren liegen, kannst du dich für Hörgeräte grad nochmal durch die Masse schlagen.
Die schlauere Idee ist es, auf die Plöck auszuweichen – denkste! Neben verirrten Tourist:innen, die mitten auf der Straße laufen, Lieferwägen, die mal eben nur zwei Stunden den Weg versperren und Fahrrädern, die mit Formel-1-Geschwindigkeit durch die Straßen düsen, ist auch hier Vorsicht geboten. Dann eben selbst auf den Drahtesel schwingen? Auch das ein bedauerlicher Trugschluss. Denn wenn es einen vor lauter Reizüberflutung dann noch hinhaut, will man diesen Moment sicherlich auf keinem fremden Urlaubsfoto festgehalten wissen. Schafft man es, ohne weitere Zwischenfälle auf dem Sitz zu bleiben, parken Lastenfahrräder trotzdem ungünstiger als das eigene Zeitmanagement. Während man sich nämlich mühselig durch die Altstadt kämpft, wartet die Uni To-Do-Liste zuhause. Und wenn man am Ende schweißgebadet plötzlich stehen bleibenden Hans-guck-in-die-Lufts ausweicht und der Bismarckplatz als Rettung am Horizont sichtbar wird, wartet trotzdem niemand mit einer Medaille auf einen.
Von Samira Hedhli und Maja Beckmann
… macht ihren Bachelor in Biowissenschaften und leitet Wissenschaft in einer Doppelspitze. Sie liebt alles, was kreucht und fleucht. Begeistern kann man sie mit FunFacts und etwas zu lesen, deswegen fühlt sie sich beim ruprecht seit SoSe25 pudelwohl.








