Bist du frustriert oder gestresst vom eintönigen Studi-Leben? Wir zeigen dir, wie du mit Hilfe deiner Liebsten oder auch ganz alleine ein bisschen Abwechslung in deinen Alltag bringen kannst
Heidelberger Studierende geben alles, um sich durch sieben Dates – oder zumindest sieben verschiedene Formen davon – zu kämpfen!
First Date (failed)
Das Sommersemester ist in vollem Gange und die Neckarwiese wimmelt wie jedes Jahr von Frischverliebten, Junggesellinnenabschieden und alten Ehepaaren. Da kommt man als Single-Studi glatt auf dumme Ideen … Beispielsweise, den Dating-Apps doch eine letzte Chance zu geben. Also zurück in die Small-Talk-Hölle, zu den „Naa wie geht’s“-Fragen, durch die man muss, um nur ein einziges vernünftiges Gespräch zu führen. Plötzlich ein Wunder! Eine sympathische Person. Ist es möglich? Ein Termin für ein Treffen wird ausgemacht, die Vorfreude steigt, das Kribbeln, als wäre man 12 statt 22. Und dann: Die Absage. Naja. Reicht dann auch wieder mit diesen ersten Dates.
Tisch für zwei
Ich öffne die Tür und hinter einem dicken Strauß wunderschöner Pfingstrosen (meinen Lieblingsblumen) grinst mein Freund mich an. Während er die Zutaten für die vegane Lasagne rausholt, zünde ich ein paar Kerzen an und mache Musik von Disneys „Ratatouille“ an, für die perfekte Date-Atmosphäre. Wir bereiten gemeinsam das Essen vor, was bedeutet, dass er sich ums Kochen kümmert und ich probiere, ob es auch schmeckt. Während die Lasagne im Ofen ist, tanzen wir durch die Küche. Zum Glück haben wir schon gemeinsam einen Tanzkurs besucht, sonst hätten wir uns vor meinem Mitbewohner noch mehr blamiert.
Schwesterliche Wiedervereinigung
Die Menschen, die meine peinlichsten Momente miterlebt haben, mich damit für immer aufziehen werden und mich trotzdem (oder gerade deswegen) abgrundtief lieben: meine Schwestern. Seitdem wir nicht mehr zusammen in unserem Elternhaus wohnen, ist es ziemlich schwierig geworden, uns immer gegenseitig auf dem neuesten Stand zu halten. Aber diese Woche hat es der lang ersehnte Schwesterntrip tatsächlich aus dem Whatsapp-Chat geschafft: Airbnb und Zug sind gebucht, die Koffer gepackt und die Wiedersehensfreude ist groß. Wir verbringen ein verlängertes Wochenende in Innsbruck, um uns alles zu erzählen, was in unserem Leben abgeht, zu wandern, unsere Kindheit zu analysieren, in einem See mit einem atemberaubenden Bergblick zu schwimmen, kindische Mutproben zu machen und bis zum Umfallen zu lachen. Und selbst wenn es mal kracht, dann doch nur wegen eines geklauten T-Shirts.
Ein Hoch auf die Freundschaft!
Warum sollte ich mich eigentlich durch ein potentiell unangenehmes Date voller Small Talk zwingen, wenn ich genauso gut die Leute treffen kann, die ich am liebsten mag und die mich am besten kennen? Warum nicht lieber den Projektor in meinem kleinen WG-Zimmer aufbauen, zu dritt billige Dinonuggets kaufen, deren Brösel ich noch ewig in meinem Bett finden werde, und dann gemeinsam eine schlechte RomCom anschauen, wegen der wir bis spät abends gemeinsam lachen und weinen? Das ist ein Date nach meinem Geschmack.
Die Entfernung bezwingen
Was macht man, wenn die beste Freundin ca. 400 km entfernt wohnt, obwohl man früher jede freie Minute zusammen verbracht hat? FaceTime ist die perfekte Lösung. Nach ungefähr sieben verpassten Anrufen erwischen wir uns endlich. Da die freie Zeit trotzdem begrenzt ist, schaut sie mir beim WG-Putz zu, während ich mir aufmerksam das neuste Drama aus der Kunstschule anhöre. Ich wiederum bewundere ihre Fähigkeit, gleichzeitig zu kochen und adäquat auf meinen fünften Biochemie-Nervenzusammenbruch diese Woche zu reagieren.
Lichtblick der Klausurenphase
Samstagmorgen: Nichts steht mir ferner, als dieses Wochenende noch lernen zu müssen. Aber was muss, das muss eben. Also auf Whatsapp. „morgen ub?“. Daumenhochreaktion. Romantisch, mit wie viel Emotionen das Treffen geplant wird. Bis wir dann auch wirklich am Sonntag in der UB eintrudeln, ist es schon fast wieder Mittagspause. Aber bis dahin wird geschuftet, im stillen Einvernehmen, Seite an Seite. Wir verdrehen genervt die Augen, wenn andere zu laut reden, und kämpfen dann gegen einen gemeinsamen Lachanfall, schreiben auf Whatsapp, als wären wir nicht direkt nebeneinander und gönnen uns die ein oder andere Pause im UB-Keller. Irgendwie doch romantisch, so ein widerwilliges study date.
Pause für die soziale Batterie
Nach dem ganzen Sozialisieren braucht mein introvertiertes Selbst erstmal dringend einen ruhigen Tag allein. Also schnappe ich mir einen kleinen Snack, bereite einen Iced Coffee vor, packe mein Buch und mein Tagebuch in einen kleinen Picknickkorb und setze mich auf die Wiese vor meinem Wohnheim. Lesen, Schreiben, Wolken beim Ziehen zuschauen und die Gedanken frei laufen lassen, ohne dass jemand dazwischen redet – so ist meine soziale Batterie nach einiger Zeit wieder aufgeladen und ich bin bereit für eine neue Woche!
Von Hanna Batz und Pauline Cornelia Ahner




