Vom Neuenheimer Feld bis zur Altstadt – wir haben für euch die Toiletten der Universität getestet. Hier erfahrt ihr, welche Schüssel zum Verweilen einlädt
7-Tage
Ob der Verdauungstrakt sich nach dem einverleibten Mensaessen meldet, die Schüssel vor der anstehenden Klausur ruft, die letzte Handypause schon zwei Stündchen her ist oder in der Vorlesung der braune Stift plötzlich zu malen beginnt: Klos suchen wir in ganz unterschiedlichen Situationen mit verschiedenem Gemüt auf. Doch wo scheißt es sich am besten? Wir haben eine Woche die besten und beschissensten Campus-Klos für euch ausgecheckt!
Montag
In die neue Woche starten wir mit dem neusten Scheiß, den Toiletten im Audimax. Die Erwartungen waren nicht nur groß – sie wurden auch nicht enttäuscht. Die Kabinen sind sauber, es gibt Mülleimer und an den Waschbecken Papierhandtücher. Geruchlich – wie für öffentliche Toiletten leider üblich – entspricht es dem Durchschnitt. Einen Abstecher ins Audimax würden wir aber allen empfehlen.
Dienstag
Egal ob man am Buffet um die letzten Kroketten gekämpft, eine halbe Stunde für Spätzle angestanden oder sich einfach nur im Café Botanik gesonnt hat, irgendwann drückt die Blase, und dann führen alle Wege zu den Toiletten der Zentralmensa. Manch einer ist angewidert von dem erdrückenden Geruch, den aufgebrauchten Handtüchern und dem knappen Vorrat an Seife. Andere freuen sich, bei der großen Auswahl an Kabinen in Anonymität untergehen zu können. Alle aber müssen anerkennen, dass das Entertainment an diesem Örtchen unschlagbar ist. Unmengen an bunten politischen Stickern, kleine Zeichnungen und „sapphic crush counter“ machen die Wände zu Kunstwerken und die Kabinen zu kleinen Wohlfühlorten.
Mittwoch
Wieso wir uns die Klos im Physikgebäude hinterm Teich überhaupt antun, können wir selbst nicht beantworten. Auf dem Weg zum stillen Örtchen fragen wir uns, was die Klos in 308 heute für uns bereithalten. Eine Tür, die man nicht abschließen kann? Eine verstopfte Toilette? Eine Überschwemmung? Eine Toilette, deren Wasser farblich besser zum Teich vor dem Gebäude passt? All diese Szenarien dürfen wir mit eigenen Augen betrachten, während wir Kabine für Kabine abgehen, in der Hoffnung, eine entspannte Sitzung zu haben. Das vorletzte Klo scheint akzeptabel, bis die leere Klopapierrolle ins Auge springt. Das war wohl doch ein Griff ins Klo!
Donnerstag
Wenn wir donnerstags unseren Uni-Kram in der Theo-Bib erledigen, ist eines klar: Mit dem Kaffee sollte man es besser nicht übertreiben, damit aus entspanntem Lernen nicht plötzlich ein „Holy shit, wo ist das Klo?!“-Moment wird. Denn der Weg zur Toilette ist dort fast schon eine kleine Pilgerreise: vorbei an den Reihen des Alten und Neuen Testaments, über Schließfächer hinweg bis ins Vorgebäude. Und selbst wenn man es endlich geschafft hat, bleibt noch die bange Frage: Ist das WC frei?
Freitag
Die Toiletten auf dem Campus Bergheim hauen uns zwar nicht vom Hocker, jedoch sind sie einladend genug, dass wir uns jeweils auf der Schüssel erstmal ein paar Reels zu Gemüte führen. Die Papiertücher bei den Waschbecken sind zwar genauso hilfreich wie die Servietten im Eisladen, aber wenigstens gibt es reichlich von ihnen. Die Bergi-Klos enttäuschen nicht, denken wir, drehen den Hahn auf und werden von einem gigantischen Wasserstrahl getroffen, der die nächste Vorlesung lang unser Oberteil schmückt.
Samstag
Die Toiletten in der PH-Bib sind klein und schnuckelig, aber auch schon ziemlich alt. Für Klopapier und Hygieneprodukte ist gesorgt. Auch wenn das selbstverständlich sein sollte, werten wir das leider immer noch als Pluspunkt. Die Klos sind sauber und da die Bib oft sehr ruhig ist, hat man auch auf der Toilette in der Regel seine Ruhe (neuer Geheimtipp?). Noch eine Empfehlung an alle Schwangeren: in der neuen PH wurde früher viel PCB verbaut, man sollte sich daher nicht allzu lange in dem Gebäude aufhalten, um möglichen gesundheitlichen Risiken entgegenzuwirken.
Sonntag
Das Beste kommt bekanntlich zum Schiss. Hier bleibt jedoch keine große Auswahl, da sonntags viele Bibs geschlossen sind und es daher einige in die UB verschlägt. Man hat die Wahl zwischen den Toiletten bei den Lesesälen und denen im Keller, welche wir jedoch nur besuchen, wenn der Weg zu weit erscheint. Der erste Eindruck der Toiletten im Keller verheißt nichts Gutes. Geruchlich wie auch optisch würden wir zu dem – vom Eingang der UB aus – etwas längeren Weg in die Lesesäle raten. Diese Toiletten überzeugen! Überdurchschnittlich sind sie nicht, im Vergleich zu den durch(ge)fall(enen) Klos im Keller kann man sich hier jedoch nicht beschweren.
Fazit
Sieben Tage, Sieben einzigartige Kloerlebnisse. Unsere Reise durch die Campus-Klos war nichts weniger als eine emotionale Achterbahnfahrt. Was wir gelernt haben? Nicht jedes stille Örtchen ist wirklich still und nicht jedes Klo ist ohne Risiko zu betreten. Für uns gilt: Augen auf bei der Klowahl. Wer einen sicheren Toilettengang will, muss gut planen. Und irgendwo zwischen Audimax und UB-Lesesaal lebt sie doch, die Hoffnung auf das perfekte Klo.Eine kleine Anmerkung zum Schluss: Wir möchten auch unseren journalistischen Klo-Kolleg:innen des „Klopapiers“ im Mathematikon ein Lob aussprechen, die für ausreichend Entertainment in der Kabine sorgen! So können wir uns in unserer Klopause über die neusten Events informieren und nutzen die Zeit nicht nur für Insta-Reels.
Von Karla Walder, Greta Pohl, Maria Bonk und Ann-Sophie Etzelmüller
…studiert Psychologie im Bachelor. Seit Frühjahr 2025 schreibt sie für den ruprecht und hilft seit einiger Zeit auch bei der Website mit.






