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Es geht an die Wäsche

von Christiane Brid Winter und Lily Grau
6. Januar 2026
in 7 Tage, Ausgabe, Startseite, Studentisches Leben
Lesedauer: 3 Minuten
0
Es geht an die Wäsche

Spa-Day! Foto: Christiane Brid Winter

Dreckige Klamotten sind ein ständiger Begleiter im Studileben. Sieben kreative Möglichkeiten, den Wäscheberg zu bezwingen

7 Tage

Die Waschmaschine 

Wie eine bösartige, immer wachsende Kreatur starrt er mich an, mein Stapel dreckiger Wäsche. Dem ist es egal, wie stressig der Unialltag ist, er wächst stetig weiter. Mein Freitagabend wird also nicht im Club verbracht, sondern zu Hause, während die Waschmaschine rattert. Kurz vor Schluss kommt mein meistgehasstes Geräusch. Dreimal piepst es, eine Fehlermeldung wird angezeigt und dann schweigt die Trommel. Ich versuche, das Gerät einmal aus- und wieder anzuschalten, dann noch ein paar Mal, aber es hat keinen Zweck. Für die nächsten paar Tage ist die Waschmaschine aus der Kommission. Meine Wäsche ist unterdessen in einer merkwürdig riechenden Suppe gefangen. Na super. -11/10

Der Waschsalon 

Während wir auf die Handwerkerin warten, wächst mein Stapel weiter und ich habe keine sauberen Socken mehr. Es führt kein Weg daran vorbei – wo die Heimelektronik nicht helfen kann, muss der Waschsalon her. Ich packe mir einen Koffer und ab geht’s in die Stadt. Waschsalons gehören meines Erachtens nach zu den trostlosesten Orten der Stadt, niemand scheint Freude am Besuch zu haben. Ich werde neun Euro los und warte eine Stunde lang. Neben mir balanciert ein anderer Kunde seinen Laptop auf dem Schoß und lernt. Ich tue es ihm gleich. Das Ergebnis ist zufriedenstellend, acht Kilo saubere, trockene Wäsche und keine Suppe, auch wenn mein Geldbeutel das nicht lange stemmen kann. Meine mentale Gesundheit auch nicht. 5/10

Die Badewanne

Und warum renne ich überhaupt verzweifelt der Elektronik hinterher, wenn man auch per Hand waschen kann?  Ich bewege ein gutes Stück meines Stapels in meine Badewanne und lasse meine Kleidung in heißem Wasser und ausreichend Waschmittel baden. Bei besonders fiesen Flecken hilft eine alte Zahnbürste, Gallseife und ein bisschen aufgestaute Aggression. Nach ein paar Stunden und einer Hardcore-Trainingseinheit ist meine Wäsche zumindest sauber. 3/10

Der Waschzuber 

Wem der Luxus einer Badewanne nicht vergönnt ist, der befolge folgendes Rezept: Man nehme die Straßenbahn zum nächstgelegenen Baumarkt. Dort kaufe man einen Plastikbottich mit einer Füllmenge von etwa fünf Litern. Nach einer Fahrt zurück, während der man sich den Hass einer gesamten Bahn zuzieht, befülle man zu Hause das Gefäß mit einer Menge Wasser. Temperatur ist nach Belieben abzustimmen, kalt würde ich dieses Rezept nicht empfehlen. Zu dem Wasser gebe man eine per Augenmaß geschätzte Menge an Waschpulver hinzu. Nun die dreckigen Klamotten dort einweichen lassen und an den schmutzigen Stellen mit viel Aggression aneinanderreiben. Bei Bettwäsche empfiehlt es sich, mit den (sauberen!) Füßen auf dem Stoff herumzutrampeln, bis das Wasser aussieht wie Gemüsebrühe und die Waden krampfen. Zumindest können so Mitbewohner:innen das Bad benutzen und man hat jetzt einen coolen Bottich. 4/10

Ins Studierendenwohnheim einbrechen 

Ich hab mords Muskelkater und mein Stapel ist immer noch da, aber wofür hat man denn Freundschaften? Ich packe mir einen möglichst unauffälligen Koffer und besuche eine gute Freundin, die zufällig in einem Studierendenwohnheim lebt. Und falls wir einen kleinen Abstecher in den Waschkeller versuchen und einen Waschgang anmachen, dann hat das sicher nichts mit meinem Koffer zu tun. Das einzige Problem? Sie hat keinen Trockner. Ich schleppe also meinen Koffer voll mit nasser, schwerer Wäsche heim. Morgen habe ich wohl noch mehr Muskelkater. 7/10

Lüften und Deo

Ich habe es satt.  Wer sagt denn, dass man immer saubere Wäsche braucht? Ich lüfte meinen muffigen Pulli einfach auf dem Balkon aus. noch mit ausreichend Deo besprühen und zack: wie neu … 9/10

Mama und Papa 

Nach dem ganzen Stress brauche ich erstmal eine Auszeit und dabei kann ich sogar den Rest meines Stapels loswerden. Ein letztes Mal packe ich meinen Koffer, diesmal geht’s aber zu meinen Eltern. Und dort erlebe ich den reinsten Luxus. Nicht nur haben meine Eltern eine funktionierende Waschmaschine und einen Trockner, sie haben sogar die teuren Waschmittel. Zufrieden fahre ich wieder nach Hause. Meine Wäsche ist sauber und das Leben ist schön. 20/10

Von Christiane Brid Winter und Lily Grau

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