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Zurück in die Zukunft

von Amr Maray und Lukas Hesche
3. Juni 2026
in Ausgabe, Heidelberg
Lesedauer: 2 Minuten
0
Zurück in die Zukunft

Zurück in die Zukunft zu erneuerbaren Energien. Foto: Lukas Hesche

Protest gegen die Gaspipeline in Rohrbach. Wie Fridays for Future Katherina Reiches Träume zum Platzen bringen möchte

Anlässlich des bundesweiten Gas-Aktionstags nahmen mehr als 50 Personen an einer von Fridays for Future Heidelberg organisierten Demonstration teil. Die Kundgebung fand in der Leimer Straße, direkt vor der Baustelle der Süddeutschen Erdgaspipeline (SEL) statt. Die 250 Kilometer lange SEL soll zunächst Erdgas von Hessen über Baden-Württemberg bis nach Bayern transportieren. Ein 61 km langer Abschnitt dieser Pipeline verläuft von Heidelberg bis Heilbronn und soll bis Ende 2026 fertig werden. Geht es nach dem Betreiber der Pipeline, Terranets-BW, soll die SEL als Teil des Wasserstoff-Kernnetzes Anfang der 2030er Jahre auf den Transport von klimaneutral hergestelltem -„grünem“- Wasserstoff umgestellt werden. Doch dass dieses Versprechen hält, ist nach Ansicht des Bundesrechnungshofes mehr als unwahrscheinlich. Dieser konstatierte vergangenen Herbst, dass das gesetzliche Ziel einer möglichst sicheren, preisgünstigen, umweltverträglichen und klimaneutralen Versorgung mit Wasserstoff in weiter Ferne liege. Die für das Jahr 2030 in der NWS 2023 verankerten Ziele werden mit hoher Wahrscheinlichkeit verfehlt.

„Die Spitze jahrelang verkackter Klimapolitik“

Angesichts der aktuellen Energiepolitik der schwarz-roten Bundesregierung ist jedoch eine Nutzung der Pipeline für den Transport von Erdgas bis weit in die 2030er Jahre deutlich wahrscheinlicher – so auch die Befürchtung von Fridays for Future Heidelberg. Die Kritik der Teilnehmer:innen richtete sich dabei primär gegen Ministerin Katherina Reiche, vormals Vorstandsvorsitzende der Westenergie AG, die – wie ihre Muttergesellschaft eon – auch im Bereich Gas und Gasnetze tätig ist. Athina Ntefidou, Pressesprecherin bei FFF Heidelberg, erklärt: „Unser Hauptproblem ist nicht die Pipeline an sich, die ja „Wasserstoff-ready“ ist. Unser Problem ist vor allem Katharina Reiches Kurs, dass sie so sehr aufs Gas setzt. Wir vertrauen der aktuellen Politik nicht, dass sie ihr Versprechen hält, nur so lange wie nötig Gas zu nutzen. Was wir sehen ist, dass massig in Gas investiert wird, dass der Ausbau der Erneuerbaren zurückgeht.“

„Eine Katherina Reiche ist gerade für mich zumindest die Spitze jahrelang verkackter Klimapolitik. Und ich glaube, in dem Fall ist es schon auch berechtigt, diese Politik mit Namen zu kritisieren“, berichtet eine weitere Teilnehmerin.

Den Abschluss der Veranstaltung bildete eine symbolische Aktion, bei der Luftballons – beschriftet mit einigen von Katherina Reiche hervorgehobenen Vorzügen von Gaskraftwerken (z.B. Versorgungssicherheit, Unabhängigkeit etc.) – zerplatzt wurden. Ob sich der Bau der SEL rentieren und zur Unabhängigkeit der deutschen Energieversorgung beitragen wird, bleibt offen.

Von Amr Maray

Amr Maray
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Lukas Hesche
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…studiert an der PH und hat schon immer gerne geschrieben. Im Sommer 2024 brachte ihn diese Leidenschaft zum ruprecht. Seit 2026 leitet er das Ressort Heidelberg.

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