… weg? In einer Stura-Sitzung im Februar wurden die QSM-Referent:innen wegen mangelhafter Amtsführung abgewählt. Wie es soweit kommen konnte und was ein Rechenfehler damit zu tun hat
Das Jahr 2025 stellte den Studierendenrat (Stura), das Legislativorgan der Verfassten Studierendenschaft (VS), vor multiple Herausforderungen. Von internen Turbulenzen blieb 2025 auch das Referat für Qualitätssicherungsmittel (QSM) nicht verschont. Die in einem Stura-Antrag (212. Sitzung) an das QSM-Referat gerichtete Kritik fiel vernichtend aus. Der Antrag wurde nahezu einstimmig angenommen.
Alle baden-württembergischen Universitäten erhalten jährlich – abhängig von der Anzahl der Studierenden – Qualitätssicherungsmittel. Sie sollen zweckgebunden für die Aufrechterhaltung der Qualität in Studium und Lehre eingesetzt werden. Der VS wird dabei ein Vorschlagsrecht für die Verwendung von rund 1,7 Mio. Euro gewährt – betreut und koordiniert wird die Ausübung dieses Vorschlagrechtes vom QSM-Referat.
Der Stura stellte in seiner 212. Sitzung fest, dass im Sommersemester 2025 und im Wintersemester 2025/2026 schwerwiegende formale sowie inhaltliche Fehler bei der Handhabung der studentischen QSM passiert sind. Kritisiert wurden neben der mangelnden „Transparenz und Nachvollziehbarkeit bei der Verteilung der studentischen Qualitätssicherungsmittel“ die „Diskrepanzen zwischen Beschlüssen und an die Universität weitergeleiteten Beträgen“ sowie „formell fehlerhafte und unvollständige Protokolle“.
In einem konkreten Fall bemerkte der QSM-Ausschuss am 05.06.2025, dass sich das QSM-Referat bei den gestellten Anträgen um 55.554,80 Euro verrechnete. So standen nicht mehr 132.608,10 Euro, sondern lediglich 77.053,30 Euro zur Verfügung. Am 27.06.2025 wurde den Fachschaften eine Tabelle zur Verteilung der restlichen Qualitätssicherungsmittel per Mail übermittelt – in dieser wurde die restliche Höhe an Qualitätssicherungsmittel mit nur noch 45.165,19 Euro statt den vorher öffentlich angegebenen 77.053,30 Euro beziffert, was für weitere Unklarheiten sorgte – der Antrag zeichnet in jedem Fall ein verheerendes Bild von der Arbeit des QSM-Referats.
Das QSM-Referat verrechnete sich bei den Anträgen um 55.554,80 Euro
Zuletzt wurde am 28.01.2026 auf der Webseite des QSM-Ausschusses eine Excel-Datei mit einer Liste von QSM-Anträgen veröffentlicht, die private Handynummern und E-Mail-Adressen von Antragsteller:innen enthielt. Im Protokoll der 212. Sitzung warnten diese, dass „aufgrund der vielen formalen Fehler in den Protokollen und auch im Verfahren eine große rechtliche Unklarheit über die gesamten Mittel der 2. Antragsperiode“ besteht, sodass eine „rechtssichere Mittelvergabe“ gefährdet wird.
Zudem wurde eine Klarstellung über die beantragten Geldmittel gefordert, da „nicht bekannt [ist], wofür und mit welcher Begründung Geld beantragt wurde.“
Laut einer mit der Angelegenheit vertrauten Person machten die Referent:innen eine misslungene Übergabe für diese Zustände verantwortlich.
Auf der Webseite des Stura heißt es zum QSM-Referat: „QSM ist Bürokratie und Verwaltung, trocken wie es eigentlich nur Jurist:innen aushalten, oder? Leider ist da natürlich etwas dran und nicht ohne Grund wird oft alle QSM-Verantwortung auf eine Person […] abgeschoben.“
Das QSM-Referat ist seit dem 11.02.2026 unbesetzt und sucht neue Referent:innen; Sprechstunden können momentan nicht regulär angeboten werden. „Es wird sich schon irgendwie jemand melden!“, heißt es dazu auf der Webseite des Stura. Das ist auch dem (noch) unbesetzten QSM-Referat zu wünschen.
Von Amr Maray
...studiert Biowissenschaften, schreibt seit WS 2023 für den Ruprecht und nutzt Interviews als Grund um mit interessanten Leuten zu reden







