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Ochsenkopfverwirrung

Die Heidelberger Bürgerinnen und Bürger sollen am 21. Juli entscheiden, ob der Betriebshof auf den Großen Ochsenkopf verlegt werden soll

Soll auf dem Großen Ochsenkopf in Heidelberg ein neuer RNV-Betriebshof gebaut werden? Über diese Frage zerbrechen sich nicht nur die Gemeinderäte seit Jahren die Köpfe, sondern auch die Bürgermeister und eine Bürgerinitiative.

Von Seiten der Stadt ist die Sache klar: Der Betriebshof muss verlagert werden. Auf dem jetzigen Gelände gebe es keine Möglichkeit, die Fläche zu erweitern, um genug Busse und Bahnen unterzubringen. Angesichts der hohen Pendlerquote sowie der erwarteten Bevölkerungszunahme sei dies dringend nötig.

Daher hat der Gemeinderat mehrere Gutachten in Auftrag gegeben, um einen geeigneten Standort zu finden. Am Ende blieben die beiden Möglichkeiten, über die die Heidelberger Bürgerinnen und Bürger am 21. Juli entscheiden werden. Wird der Betriebshof auf den Ochsenkopf verlagert, sollen auf dem alten Standort 140 Wohnungen gebaut werden – inklusive Park, der das Klima im Stadtteil verbessern soll. Denn laut Erstem Bürgermeister Jürgen Odszuck sei der Betriebshof „die größte Hitzeinsel in ganz Bergheim“. Damit der Ochsenkopf keine neue Hitzeinsel wird, soll der geplante Betriebshof stark begrünt werden.

Die Bürgerinitiative widerspricht stark: Auf keinen Fall reiche die Begrünung, um die klimatischen Effekte der Wiese auszugleichen.

Mit mehr als 200 verschiedenen Pflanzenarten und über 100 Bäumen gehört der Ochsenkopf zu den wenigen Flächen in Heidelberg, die laut einem Klimagutachten von 2015 nicht bebaut werden sollten. Darüber hinaus hält die Bürgerinitiative die Fläche der Ochsenkopfwiese für zu klein, um den Anforderungen der Bevölkerungszunahme gerecht zu werden. Wird der Ochsenkopf als Standort gewählt, müsste ein zweiter Betriebshof gebaut werden, um die Verkehrswende zu stemmen.

Daher spricht sich die Initiative dagegen aus, den Ochsenkopf zu bebauen und schlägt vor, entweder den Betriebshof zu erweitern, oder eine andere Fläche zu bebauen. Geeignet sei beispielsweise der Recyclinghof oder das Airfield in Kirchheim. Bei den Bürgern löst vor allem das Verhalten der Stadt Verwunderung aus. Zum einen wirkt die Fragestellung irritierend: Mit einer Ja-Stimme stimmt man gegen, mit einer Nein- Stimme für die Verlegung.

Wenn die Mehrheit für die Verlegung stimmt, soll der neue Betriebshof innerhalb von sechs Jahren gebaut werden. Bis dahin soll der jetzige Betriebshof teilsaniert werden, bis mit dem Wohnungsbau angefangen wird. Stimmt die Mehrheit der Bürger gegen die Verlegung, setzt sich die Diskussion fort, die seit Jahren im Gemeinderat geführt wird. Dann muss eine Alternative her.

Von Eduard Ebert

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