Gleichgültigkeit. Das ist wohl die Emotion, die Star Wars inzwischen bei vielen seiner Fans – mich eingeschlossen – auslösen wird. Nach einem unbeliebten Projekt nach dem anderen (mit wenigen Ausnahmen) startete im Mai 2026 der erste Star Wars-Film seit sieben Jahren in die Kinos – „The Mandalorian and Grogu”. Die Trailerkampagne kündigte einen cineastischen Höhepunkt der beliebten Streaming-Serie „The Mandalorian” an, der mit spektakulärer Action und einer spannenden Storyline den Plot um den Mandalorianer (Pedro Pascal) und seinen kleinen, grünen Schützling Grogu (aka Baby Yoda) voranzubringen versprach.
Doch als ich dann im Kinosaal saß, wurde mir schnell klar, dass es sich hierbei nicht um das angekündigte Kino-Highlight des Jahres handeln würde, sondern eher nur um Content.
Zu Beginn wirkt der Film noch vielversprechend, was sich jedoch schnell wendet, wenn man bemerkt, dass die Handlung wohl kaum die vorangestellten Erwartungen erfüllt. Doch die actionreich inszenierten Kampf-Szenen, mit denen der Film einsteigt, lenken mit authentischen, hautnahen Choreographien vom schwachen Drehbuch ab.
Visuell überzeugen auch die praktischen Effekte, die einigen Szenen das gewisse Etwas geben. Der Film spielt teils auch mit beeindruckender Atmosphäre und ist im Allgemeinen schön anzuschauen, was durch den passenden Soundtrack – der bei Star Wars nie enttäuscht – begleitet wird. Die kreativen Möglichkeiten, die das Star Wars-Universum bietet, schöpft das Team um den Regisseuren und Drehbuchautoren Jon Favreau zumindest auf der Worldbuilding-Ebene voll aus und es gelingt ihnen, diese Welt fantasievoll zu erweitern. Wenn man das CGI ignoriert, das in so mancher Szenen eher aussieht, als wäre es in letzter Minute vom überarbeiteten Praktikanten ausgetüftelt worden, kann man so zumindest vom Filmhandwerk überzeugt werden.
Der nicht vorhandene Plot und das leider hölzerne Schauspiel können auch von Hollywood-Ikonen wie Sigourney Weaver, die hier eine Nebenrolle spielt, nicht mehr gerettet werden. Der schwache Handlungsstrang besteht eher aus zufällig zusammengewürfelten Szene, die Dialoge wirken zusammenhangslos und uninspiriert. Auch wer gedacht hat, dass der Film so etwas wie Charakterentwicklung mit sich bringe oder den Plot vorantreibe, hat sich geirrt. Denn, wenn die End-Credits rollen, sind wir schlussendlich genau da, wo wir vor dem Film schon waren. Das Ganze hat also eher etwas von einer überlangen „Füller-Episode” wie man sie aus vielen heutigen Serien kennt.
Wer sich also die Rettung für das Star Wars-Franchise erhofft hat, wird bei „The Mandalorian and Grogu” leider schwerst enttäuscht. Doch für ein Kino-Erlebnis, bei dem man einfach den Kopf ausschalten, ein paar coole Action-Szenen genießen und sich den Cuteness-Faktor von Baby Yoda reinziehen will, reicht der Film allemal – obwohl das nicht die Messlatte für einen Kinofilm eines solchen Franchises sein sollte. Ich persönlich fühle mich nach dem Film in Bezug auf Star Wars genau so leer wie davor.
Von Moritz Eigenbrod
...studiert Politikwissenschaft und Germanistik und ist seit Herbst 2025 beim ruprecht. Labert und schreibt gerne über politische und gesellschaftlich relevante Themen.






