Neues Projekt der Superlative: Das Audimax im Neuenheimer Feld ist eröffnet. Wie viel steckt hinter der neuen schillernden Fassade? Studis hoffen auf Sitzplätze und grünen Rasen
6 Jahre zuvor startete der Bau, nun ist es fertig – das Audimax. Während man auf einer der vielen Stufen im Vorderbau oder auf dem Balkon das Sommersemester begrüßen kann, befindet sich im Inneren ein digitaler Seziertisch und sogar Fernseher gibt es auf der freien Lernfläche. An Geld und Design wurde augenscheinlich nicht gespart – das Audimax liefert nicht nur einen Ausblick über den Campus, sondern auch einen in die Zukunft.
Es umfasst das große Auditorium maximum, zwei kleinere, zusammenschaltbare Hörsäle, Seminarräume, eine Bibliothek sowie eine freie Lernfläche. Das Gebäude bietet 440 Arbeitsplätze und weitere Sitzmöglichkeiten in offenen Lernräumen. Am 16. April wurde das neue Unigebäude feierlich eröffnet, gestiftet von der Klaus Tschira Stiftung, welche dem Neuenheimer Feld bereits das Mathematikon schenkte. Nach Angaben der Stiftung wollen sie so auf den Bedarf nach mehr Räumlichkeiten zum Selbststudium sowie dem Wunsch nach großen Veranstaltungsräumen nachkommen. Von dieser Absicht zeugen die großen Säle, die Garderobe im Untergeschoss und das weitläufige Foyer.
Dort lassen sich Exponate von „heiCollections“ bestaunen, diese reichen von historischen und naturwissenschaftlichen bis zu pathologischen Objekten, wie der Unterkiefer des „Homo heidelbergensis“. Ziel ist es nun, diese große Sammlung zugänglicher für die Öffentlichkeit zu machen. Dafür bietet sich das zentral gelegene Audimax perfekt an, insbesondere durch seine Stellung als neuer Veranstaltungsort. In Planung stehen zusätzlich eine App und ein „sichtbarer“ Zugang zum Portal HeidICON.
Das Gebäude wurde von der Klaus Tschira Stiftung geschenkt
Ein Prestigegebäude oder ein Ort für Studierende? Das Audimax sitzt wohl irgendwo zwischen den Stühlen. Wir haben über 200 Studierende befragt. Die Erwartungen der meisten Studierenden wurden zumindest getroffen, wenn nicht sogar übertroffen. Auch empfindet der Großteil die Lernatmosphäre als angenehm.
Bei der Frage, ob genügend auf die Bedürfnisse der Studierenden eingegangen wurde, ist das Meinungsbild weniger eindeutig. Die Studierenden hätten sich mehr Arbeitsplätze und Schließfächer gewünscht. Der Platzmangel führt zu regelrechten Fronten zwischen unterschiedlichen Studiengängen. Kritisiert wurde außerdem die mangelnde Ausstattung an Toiletten und Fahrradplätzen. Gerade aber die moderne Architektur und die bunte, offene Gestaltung der Räume gefallen den Studierenden. Auch die großflächige Ausstattung an Steckdosen wurde als positiv angemerkt.
Ein Großteil der Studis freut sich über das Audimax
Für einige Studierende sind auch die fehlenden Grünflächen des Audimax ein zentrales Thema. Auf Anfrage hierzu gibt die Universität an, eine Entsiegelung von großen Bereichen im Osten des Audimax zu planen. Dabei sollen bisherige Stellplätze begrünt werden. Was die konkreten Ziele zum Ausgleich der Versiegelung sind, ist bisher noch nicht bekannt. Ansonsten zeigt sich ein Nachhaltigkeitsanspruch vor allem in der Solaranlage auf dem Dach.
Laut der Universität Heidelberg wird das Audimax unterschiedliche Veranstaltungsformate beherbergen, so zum Beispiel den Studieninformationstag. Aber auch kulturelle Veranstaltungen, Tagungen und wissenschaftliche Kongresse sollen zukünftig dort stattfinden.
Bringt das Audimax neues Leben ins Feld? In den nächsten Monaten wird sich zeigen, wie sich das neue Gebäude in den Studienalltag im Neuenheimer Feld einbringt.
Von Raphaela Volk und Miriam Stangier




