Die Punk-Band „Socke“ feiert diesen Samstag ihr Release-Konzert – Die rohe Musik lädt zum Mitfeiern ein
Politisch, unverblümt und selbstgemacht – das ist Punk. Auf jeden Fall nach der Definition von Julian, Mitglied der Heidelberger Punk-Band „Socke“. Die vier Bandmitglieder Julian, Riccardo, Tim und Robin haben sich bereits vor 3 Jahren zusammengefunden. Der enge Kontakt zwischen ihnen entstand hauptsächlich durch das gemeinsame Skaten und ihre Begeisterung für Musik. Ihre selbst produzierte Musik ist dabei sogar für sie selbst schwer zu definieren. Riccardo fasst das Ganze simpel zusammen: „Es ist ein Mischmasch aus all dem, was wir mögen“ und genau darin liegt der Spaß. Dabei ist laut Julian besonders der DIY-Prozess zu betonen, der das Entstehen ihrer Musik überhaupt erst ermöglicht. Der Band ist wichtig, möglichst alles an ihren Projekten selbst zu machen: Aufnahme, Mixing, Organisation und alles, was sonst so dazugehört. Für Julian ist dieser Prozess „Teil der Ästhetik“. Schlussendlich ist jeder Song ein Kompromiss aus dem Willen und Können von allen. Damit Interessierte eine Vorstellung davon haben, was für Musik einen bei Socke ungefähr erwartet, vergleichen diese es mit einem Mix aus Punk, Synthesizer, Garage und Hardcore.
Die Reise der Band begann mit Proben im Schlafzimmer, bis sie dann schließlich ihren ersten Gig im Jugendzentrum (JUZ) in Mannheim spielten. Noch heute haben sie mit dem JUZ engen Kontakt. Die Punk-Szene basiert immerhin auf guten Kontakten und Zusammenhalt. Dafür stechen auch jetzt noch besonders die internationalen und ortsübergreifenden Kontakte für sie hervor. Ein enges, teilweise familiäres Netz aus Menschen mit einem Herz für gute Musik. Auch in Heidelberg hat die Band unter den möglichen Veranstaltungsorten einen ganz klaren Favoriten: das Autohaus! Für sie ist es einer der wenigen Orte, der in Heidelberg einen anfängerfreundlichen Raum bietet – besonders durch die offenen Jam-Sessions. Für eine Band in der Findungsphase ideal und diese ist laut Socke sowieso eigentlich ein beständiger Prozess.
Das fehlende Angebot aus dieser Musikrichtung kommt für viele Musikbegeisterte Heidelberg sicher nicht überraschend. Wer hier in die ehrliche, bunte und laute Szene eintauchen möchte, hat nicht sonderlich viele Möglichkeiten. „Die Punk-Szene ist in Heidelberg ein bisschen eingeschlafen“, so ein punkbegeisterter Student. „Es wird Zeit, dass jetzt neuer Wind reinkommt und Heidelberg etwas punkiger gemacht wird“. Das sieht die Band Socke genauso. Ihr Kritikpunkt: Viel zu viele gute Bands ziehen in die Ferne und lassen das kleine, feine Studierendenstädtchen einfach hinter sich. Socke hält stur dagegen und stellt dabei auch die positiven Aspekte in den Vordergrund. Während die Szene in Heidelberg zwar tatsächlich recht klein und nischig sei, wäre dafür die Verbindung über die Städte hinweg viel stärker. Die nette Community ist für sie ein Markenzeichen ihrer Musik. Dabei ist ihnen wichtig zu betonen, dass sie nicht einfach jede:n willkommen heißen. „Wir wollen einen wirklichen Safe-space bieten“, erklärt Riccardo, was beispielsweise für rechte politische Ausrichtungen ein deutlicher Wink mit dem Zaunpfahl sein soll.
Gerade erst veröffentlichte die Band ihre neue EP: „Socke strikes back!“ und es geht nur noch intensiver weiter. Bereits diesen Samstag, am neunten Mai um 20 Uhr, feiert die Band ihr Release-Konzert. Selbstverständlich geht es für den besonderen Anlass wieder in ihr geschätztes Autohaus. Auch Tickets und weitere Informationen gibt es auf der Website des Autohauses. Danach geht es für sie vom 13. bis 18. Mai auf eine Mini-Tour. Die Punk-Szene scheint in Heidelberg auf jeden Fall noch Hoffnung zu haben und es liegt an uns, die Stadt mal wieder ordentlich aufzuheizen.
Von Lea Bohle
...studiert Ethnologie und Psychologie und leitet seit dem Sommersemester 2026 das Ressort "Studentisches Leben". Ihr Interesse zieht sich durch alle Ressorts, weshalb sie sich auch möglichst jedem davon mal annehmen möchte. Mit einer möglichst bunten Themenvielfalt fühlt sie sich am wohlsten




