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Frauen an die Rechner
Programmieren bei Kaffee und bunten Einhorn-Cupcakes. Foto: DjangoGirls

Frauen an die Rechner

Die Initative DjangoGirls organisiert kostenlose Programmier-Workshops für Frauen. Unsere Autorin berichtet über die Veranstaltung, die nun zum ersten Mal in Heidelberg stattfand

Hurray! Your first Blog isonline”, verkündet eine Meldung auf meinem Bildschirm. Nach Stunden, in denen ich mich mit der Programmiersprache Python zum ersten Mal auseinandergesetzt und mich durch eine Anleitung für das Framework Django gearbeitet hatte, ein Erfolgserlebnis. Ich befinde mich mit circa 30 anderen Frauen bei einem eintägigen Workshop der DjangoGirls, einer Non-Profit-Initative, die es sich zum Ziel gesetzt hat, Frauen den Einstieg ins Programmieren und Entwickeln zu erleichtern. Dabei soll es nicht darum gehen, eine bestimmte feministische Agenda zu verwirklichen oder Exklusiviät zu schaffen. Stattdessen versucht man den Bedarf, den es offenbar gibt, teilweise abzufangen. Auch im sogenannten Code of Conduct wurde dies deutlich. Dieser vermerkt: „Django Girls is dedicated to providing a harassment-free workshop experience for everyone, regardless of gender, sexual orientation, disability, physical appearance, race or religion.”
Bei der Veranstaltung, die erstmalig in Heidelberg stattfand, arbeiteten die Teilnehmerinnen in Zweiergruppen mit einem erfahrenen Programmierer oder einer Programmiererin zusammen. So sollte jede von uns am Ende des Tages eine eigene Website über die Software „PythonAnywhere“ veröffentlicht haben, die je nach Fortschritt individualisiert und angepasst werden konnte.
Programmieren ist für mich Neuland, deshalb schien mir die Zielsetzung zunächst sehr ehrgeizig zu sein.
Da der Workshop für Anfängerinnen ausgelegt ist, befanden sich die Teilnehmenden allerdings auf einem ähnlichen Kenntnisstand und wir konnten mit den grundlegendsten Grundlagen einsteigen. N a c h e i n e r Begrüßung und Vorstellungsrunde der Coaches, die unter anderem aus Großbritannien, Leipzig und Zimbabwe angereist waren, begann die Arbeit in Kleingruppen. Auf der Website der DjangoGirls konnten nun die Anwesenden auf ihren eigenen Laptops ein mehrseitiges Tutorial nachvollziehen. Dieses begann zunächst unkompliziert mit einer illustrierten Erklärung der Funktionsweise des Internets: „The first thing you need to understand is that a website is just a bunch of files saved on a hard disk. Just like your movies, music, or pictures. However, there is one part that is unique for websites: they include computer code called HTML.” Danach wurden wir kleinschrittig durch die Grundzüge von Python und das Framework Django geführt, wobei der Weg zu unserer eigenen Website zunächst vor allem aus Kopieren und Einfügen von Code-Zeilen bestand. Das klingt einfach, jedoch wurden mir die genauen Funktionsweisen und Auswirkungen der Befehle nicht immer klar. Die Menge an neuem Wissen in relativ kurzer Zeit war zu Beginn beinahe überfordernd. Der Workshop bot somit Raum zum Ausprobieren und Scheitern, wobei die Tutoren mit Ratschlägen und Hilfe zur Seite
standen. Mit ein bisschen Unterstützung war irgendwann auch meine erste Version eines Blogs erstellt. In der gesamten Gestaltung der Veranstaltung legte das Team Wert darauf, „einen Raum zu schaffen, der für Frauen okay ist. Wo zumindest die Hürde des ganzen Settings sehr niedrig ist und dann Fragen nicht so das Problem sind“, erklärt Norma Driske, die den Workshop in Heidelberg mitorganisierte. Dass dieses Konzept anzukommen scheint, zeigen Zahlen zu den Veranstaltungen. In 92 Ländern und über 400 Städten wurden seit 2014 DjangoGirls-Workshops auf die Beine gestellt. Möglich wurde das durch die community-basierte Organisation, so ist eine Anleitung zur Umsetzung eines Workshops in
der eigenen Stadt per Open Source zugänglich. „Das ist ein Geben und Nehmen, ohne dass dabei materielle Sachen ausgetauscht werden“, beschreibt Norma das Konzept. Die Altersspanne der Teilnehmerinnen reichte in vergangenen Veranstaltungen von zwölf bis fünfzig, berichtet sie weiter. Genaue Informationen darüber, wie viele Teilnehmerinnen begonnen haben sich professionell mit
Programmieren zu beschäftigen, gebe es nicht. Jedoch berichteten einige der Coaches, dass für sie ein DjangoGirls-Workshop Anstoß für ihre Karriere im Bereich der Informatik war.
Auch ich gehe nach dem Ausklang des Tages in einer Bar mit dem Vorsatz nach Hause, mich eingehender mit der Thematik zu befassen. Zwar bin ich etwas überwältigt von der Menge an neuem Wissen, doch das doch das kreative Potential eigene Programme zu schreiben, und selbst Websites zu bauen, fasziniert mich.
Von Nele Bianga

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