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Pro: Studieren auf Englisch?
Jule Nowoitnik, Managerin des Graduate Programm for Transcultural Studies. Foto: Privat

Pro: Studieren auf Englisch?

Im Zuge der Internationalisierung werden mittlerweile an vielen Universitäten in Deutschland Studiengänge ganz oder zum Teil auf Englisch angeboten. Heidelberg bildet hierbei (noch) eine Ausnahme. Sollte es auch hier in Zukunft mehr englischsprachige Veranstaltungen geben (siehe Umfrage)? Ja, sagt Jule Nowoitnik, Managerin des Graduate Programm for Transcultural Studies.

Eine Erweiterung der deutschsprachigen Lehre durch Studienangebote in Englisch, der akademischen und wirtschaftlichen Lingua franca, bietet zwei große Vorteile: Es steigert die Internationalisierung der Hochschulbildung und die Berufschancen der Absolventinnen und Absolventen. Das Beherrschen des akademischen Englischs erlaubt den Einstieg in die hochmobile internationale Wissenschaftslandschaft.

Sehr gute Englischkenntnisse sind aber nicht nur für wissenschaftliche ‚Jet-Setter‘ unabdingbar. Auch deutsche Wissenschaftsverlage publizieren mittlerweile gerne in Englisch, um eine weltweite Leserschaft zu erreichen. Die meisten Unternehmen im In- und Ausland stellen sich heute international auf und agieren auf einer globalen Ebene. Um auf diesen Positionen erfolgreich zu sein, sind sehr gute Englisch-Kenntnisse in Stellenausschreibungen an und um Hochschulen wie auch in der Wirtschaft ist hervorragendes Englisch daher inzwischen eine Standardanforderung – dicht gefolgt von interkultureller Kompetenz.

Letztere gibt es in englischsprachigen, stark internationalen Studiengängen ‚gratis‘ dazu, durch das alltägliche und nicht so alltägliche Miteinander von Studierenden und Lehrenden aus aller Welt. Denn während der Gesamtanteil internationaler Studentinnen und Studenten an der Studierendenschaft der Universität Heidelberg bei etwa einem Fünftel liegt, sind beispielsweise im englischsprachigen Masterstudiengang Transcultural Studies über 50 Prozent internationale Studierende eingeschrieben.

Diese internationale Atmosphäre reflektiert sicherlich zum einen das Thema des 2011 begründeten Studiengangs, in dem Studierende Austauschprozesse zwischen verschiedenen Kulturkreisen kennen und analysieren lernen. Zum anderen liegt der Grund für diesen hohen Anteil internationaler Studierender wohl auch in den strukturellen Voraussetzungen. Üblicherweise müssen internationale Studierende über sehr gute Deutschkenntnisse verfügen, um in Deutschland studieren und dem Unterricht folgen zu können.

Da Englisch im M.A. Transcultural Studies Lehr- und Prüfungssprache ist, müssen Studierende kein Deutsch können. Internationale Studierende werden aber darin ermutigt und unterstützt, Deutsch zu lernen, um sich im Heidelberger Alltag besser einzuleben. Die Folge ist, dass die meisten Studierenden am Ende ihres Studiums über gute Deutschkenntnisse verfügen. Die rein englischsprachige Lehre erleichtert es außerdem, internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in die Lehre einzubinden.

Der M.A. Transcultural Studies ist somit nicht nur forschungsbasiert, sondern im wahrsten Sinne forschungsnah, da wissenschaftliche Erkenntnisse direkt in den Unterricht einfließen können. Durch die Anbindung des Studiengangs an das Heidelberger Centrum für Transkulturelle Studien haben internationale und deutsche Studierende die Gelegenheit, auf Workshops und Konferenzen Einblicke in die internationale Forschungslandschaft und Wissenschaftspraxis zu gewinnen. Sehr gute Kenntnisse der englischen Sprache sind hierfür unabdingbar.

Dabei stellt akademisches Englisch selbstverständlich eine besondere Herausforderung dar. In regelmäßigen Kursen zu „Academic Writing in English“ können die Studierenden ihren Schreibstil verbessern. Studieren auf Englisch, etwa im Rahmen des M.A. Transcultural Studies, ermöglicht somit eine enorme Nähe zur internationalen Forschung und erhöht durch die gewonnenen fachlichen Einblicke sowie die sprachliche und interkulturelle Kompetenz die Chancen auf dem globalen, aber auch dem deutschen Arbeitsmarkt. Und dieses Studium gewährt im Austausch mit den Kommilitoninnen und Kommilitonen Einblicke in andere Kulturen, die nicht zuletzt auch auf persönlicher Ebene spannend und bereichernd sind.

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