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Feuilleton
01.07.2008
Pimmel, Rotz und Lacher Shakespeares „Was ihr wollt“ im Stadttheater
Wilde Leidenschaft und böse Streiche Der Plot ist schnell erzählt: Die schiffbrüchige Viola verkleidet sich als Mann und begibt sich unter dem Namen Cesario an den Hof des Herzogs Orsino. Der Herzog verzehrt sich in wilder Leidenschaft nach der Gräfin Olivia. Diese will aber nichts von dem Adligen wissen. Stattdessen verfällt die Gräfin Hals über Kopf der verkleideten Viola, die sich ihrerseits in Orsino verliebt. In guter Komödien-Tradition kommt „Was ihr wollt“ mit viel derbem Humor um die Ecke. Die Figuren leisten sich den einen oder anderen amüsanten Schlagabtausch mit Worten oder Degen. Trotz heiterer Umsetzung kann die Inszenierung nicht überzeugen. Kalauer und Narzissmus Das Bühnenbild besteht aus einem undurchsichtigen Mix von Bahnhofsromantik und den Überresten einer Kellerparty und wirkt dabei eher unmotiviert als originell. Die Kostüme hätten mehr Applaus verdient, wenn sie nicht wie Violas Verkleidung einfach unerwartet vom Himmel fallen würden oder wie im Falle von Orsino auch einfach mal am Körper behalten werden könnten. Zudem geht die tragische Komponente durch die in ihrem narzisstischen Wahn überzeichneten Figuren, vor lauter Kalauern und Lachern leider häufig verloren. Amüsement für den Augenblick? Ja. Aber nichts, was bleibt. |