ruprecht-Logo Banner
ruprecht auf Facebook
Der aktuelle ruprecht
ruprecht vor 10 Jahren
Andere Studizeitungen
ruprechts Liste von Studierendenzeitungen im deutschsprachigen Raum
ruprecht-RSS
ruprecht-Nachrichten per RSS-Feed
 Hochschule
15.05.2007

Zu wenig Praktikumsplätze in Bio

Studenten protestieren gegen eklatante Planungsfehler

„Wir wollen Praktika!“ schallte es durch das Neuenheimer Feld. Etwa 120 Biologie-Studenten machten bei einem Protestzug durch das Neuenheimer Feld ihrem Unmut über das unzureichende Lehrangebot in ihrem Studienfach Luft.

„Wir wollen Praktika!“ schallte es durch das Neuenheimer Feld. Etwa 120 Biologie-Studenten machten bei einem Protestzug durch das Neuenheimer Feld ihrem Unmut über das unzureichende Lehrangebot in ihrem Studienfach Luft.

„Heute schon gelehrt?“ oder „Wir sind keine Kontrollexperimente!“ hieß es auf den Transparenten und Schildern der Demonstranten. Der etwa zweistündige Protestmarsch zog sich durch das Zoologische Institut, das Zentrum für Molekulare Biologie (ZMBH), das Institut für Pflanzenwissenschaften und das Biochemiezentrum. Dort liefen die Studenten lauthals Parolen skandierend durch die Forschungslabore und verteilten Flugblätter an die Mitarbeiter und Dozenten.

Anlass der von der Fachschaft Biologie organisierten Protest-Aktion waren die fehlenden Plätze in den Vertiefungskursen und den Pflichtpraktika. Dieser Mangel verlängere die Studiendauer um bis zu ein Jahr, beklagen die betroffenen Studenten. Dabei wird gerade die kurze Regelstudienzeit von sechs Semestern als ein Hauptvorteil des vor kurzem eingeführten Bachelorstudiengangs angesehen.

„Wir hatten höchstens mit sechzig Teilnehmern gerechnet“, freute sich Fachschaftsmitglied Oliver Wicht über die hohe Beteiligung: „Mit 120 Leuten haben wir viel Aufmerksamkeit gewonnen.“ Die meisten Dozenten zeigten Verständnis und suchten das Gespräch mit den Studenten. Schon eine Woche später versprach die Studienkommission, dass Schieflagen wie die jetzige nie wieder auftreten sollen.

Das Hauptproblem sind sechs Professuren in der Fakultät für Biowissenschaften, die unbesetzt sind. Zusammen mit den unbesetzten Assistentenstellen fehlen damit bis zu 15 Lehrkräfte. Diese schon seit Jahren bestehende Unterbesetzung konnte bisher durch Mehrarbeit von Dozenten oder durch Studenten, die Praktika auf spätere Semester verschieben, aufgefangen werden. Doch die Umstellung auf Bachelorstudiengänge und die Verkürzung des Lehrplans haben die Situation nun zusätzlich verschärft.

Mittlerweile sind schon konkrete Pläne zur Verbesserung der Situation in Arbeit: In den Gremien wurde ein zusätzlicher Lehrauftrag über 12 000 Euro erteilt. Weitere Mittel aus der Zoologie folgen. Im nächsten Jahr ist geplant, die ebenfalls überlaufenen Hauptpraktika für Bachelor-Biologen obligatorisch zu machen. Spätestens dann wäre die Fakultät gezwungen, ausreichend Praktikumsplätze zur Verfügung zu stellen.

Überdies ist geplant, die Anzahl der Praktikumsplätze im ZMBH zu verdoppeln. „Die ganze Struktur des Bachelors zielt darauf ab, dass alle Studenten in ihrem sechsten Semester pünktlich den ‚academic record‘ in den Händen halten“, sagte Stephan Frings, Studiendekan der Fakultät für Biowissenschaften. Er ist zuversichtlich, dass die jetzt „wachgerüttelte“ Fakultät die Hürden zur „vollständigen Lehre“ bewältigen kann.

von Victoria Keerl, Xiolai Mu
   

Archiv Hochschule 2012 | 2011 | 2010 | 2009 | 2008 | 2007 | 2006 | 2005 | 2004