ruprecht-Logo Banner
ruprecht auf Facebook
Der aktuelle ruprecht
ruprecht vor 10 Jahren
Andere Studizeitungen
ruprechts Liste von Studierendenzeitungen im deutschsprachigen Raum
ruprecht-RSS
ruprecht-Nachrichten per RSS-Feed
 Hochschule
17.07.2007

Wenn Mama im Ausland forscht

Im „KidsClub“ sind Kinder von Gastwissenschaftlern gut aufgehoben

„Viele Wissenschaftler kommen mit ihrer Familie nach Heidelberg und auch der Frauenanteil unter den Forschern ist angestiegen“, sagt Dr. Gabi Thiekötter, Leiterin der Abteilung Beziehungspflege. Räume für Kinder seien für die Qualität des Standortes von großer Bedeutung, da Kindergärten oft keine stundenweise Betreuung anbieten können.

Der „KidsClub“ im Neuenheimer Feld 370 bietet eine Spielumgebung für Kinder von Gastwissenschaftlern. Das vom universitären Kinderhaus verwaltete Projekt sichert der Ruperto Carola Standortvorteile. Mit der Einrichtung der Räume kam das Gästehaus der Uni der großen Nachfrage nach und eröffnete den Kidsclub am 8. Mai dieses Jahres.

„Viele Wissenschaftler kommen mit ihrer Familie nach Heidelberg und auch der Frauenanteil unter den Forschern ist angestiegen“, sagt Dr. Gabi Thiekötter, Leiterin der Abteilung Beziehungspflege. Räume für Kinder seien für die Qualität des Standortes von großer Bedeutung, da Kindergärten oft keine stundenweise Betreuung anbieten können. Auch Alessandra Monti Kost, Leiterin des Kindergartens „Die Wichtel“, begrüßt die Eröffnung des „KidsClub“: Schließlich gebe es für feste Kindergartenplätze häufig lange Wartelisten, und ein Vormerken der Plätze sei mit hohen Kosten verbunden.

Der „KidsClub“ stellt dabei lediglich die Räumlichkeiten zum Spielen. Für die Betreuung der Kinder sorgen die Eltern selbst, indem sie Au-pair-Mädchen mit nach Heidelberg bringen oder eine Tagesmutter beschäftigen. Momentan leben etwa 30 Kinder verschiedenen Alters mit ihren Familien in einem der universitären Gästehäuser. Dennoch ist der „KidsClub“ nicht während der gesamten Öffnungszeit ausgelastet. Dies erklärt sich Thiekötter vor allem dadurch, dass die Kinder im Sommer lieber draußen spielen und dass zudem im Untergeschoss noch gebaut wird. Dort soll ein multifunktionaler Raum entstehen, den Kinder und Jugendliche später für das Erledigen der Hausaufgaben nutzen können. Auch eine Nutzung der Räumlichkeiten für Vorträge wäre laut Dezernent Jochen Ridinger denkbar. Vom Untergeschoss soll zukünftig auch ein Durchgang zu einem internationalen Begegnungszentrum führen. Dort betreuen ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gruppe „Partner für internationale Freundschaft“ Gastwissenschaftler und deren Familien.

Wo unter Erwachsenen leicht Sprachbarrieren entstehen können, gehen Kinder völlig anders miteinander um: „Hier spielen chinesische Kinder mit Kindern aus Norwegen. Zwar können sie sich nicht unterhalten, aber sie verstehen sich trotzdem“, sagt Dr. Gabi Thiekötter.

Bei den Kindern kommt der „Kids-Club“ gut an. So lassen einige ihr Lieblingsspielzeug als Abschiedsgeschenk dort zurück oder kümmern sich mit großer Sorgfalt um die Plüschtiere. Am begehrtesten ist bei den Kindern der große Weltatlas: „Dort zeigen die Kinder ihren Spielkameraden ihr Herkunftsland“, so Jochen Ridinger.

Die Kosten für den Kauf der Räumlichkeiten und den Bau des „KidsClub“ beliefen sich auf etwa eine Million Euro. Träger und Eigentümer des „KidsClub“ ist die Stiftung des Unterländer Studienfonds. An den Kosten beteiligten sich außerdem der Verein der Freunde sowie die Stiftung der Universität Heidelberg.

Um auch die Betreuung der jüngsten Kinder noch weiter zu verbessern, soll die Kinderkrippe des Kinderhauses um 20 Plätze erweitert werden. Dort werden in Zukunft Wissenschaftlerkinder im Alter von bis zu drei Jahren betreut.

von Kristin Blyder
   

Archiv Hochschule 2012 | 2011 | 2010 | 2009 | 2008 | 2007 | 2006 | 2005 | 2004