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 Hochschule
27.01.2012

Besetzung im Schneckentempo

Kunstgeschichte wartet seit Jahren auf neuen Professor

Seit Jahren hat die Kunstgeschichte einen "Leerstuhl" / Foto: Margot Kessler, pixelio.de

Dem Institut für Europäische Kunstgeschichte mangelt es an Professoren, und das schon seit zwei Jahren. Es gibt dort vier Lehrstühle, von denen momentan jedoch nur zwei fest besetzt sind. Ein potenzieller Nachfolger ist zwar gefunden geworden, doch wann er kommt, ist unsicher.

Seit Ende 2009 ist die Professur für Neuere und Neueste Kunstgeschichte vakant und wird auch im kommenden Sommersemester nicht fest besetzt sein. Es steht zwar fest, dass Henry Keazor von der Universität des Saarlandes in Saarbrücken die Nachfolge des nach Wien abgewanderten Raphael Rosenberg antreten soll, allerdings konnten die Verhandlungen bisher noch nicht abgeschlossen werden.

Nachdem schon im Juli 2010 die Bewerbungsvorträge stattfanden, wurden im anschließenden Wintersemester – wie es bei der Besetzung einer Professur üblich ist – Gutachten über die Bewerber eingeholt. Im Sommersemester 2011 traf man schließlich die Entscheidung über den Nachfolger, woraufhin der Rektor umgehend den Ruf ausgesprochen habe, erklärt Institutssprecher Matthias Untermann. 

Verzögerungen gab es jedoch trotzdem, die ersten schon in einer frühen Phase: „Das Gutachterverfahren hat leider länger gedauert“, so Untermann, „so dass es im Wintersemester 2010/11 nicht zum letzten, notwendigen Beschluss kam“. Außerdem „bedarf es umfangreicher Verhandlungen zu Raumbedarf, Finanzbedarf und auch zum Gehalt“, führt Untermann aus, da man keinen Neuling, sondern einen Professor einer anderen Universität berufen habe. 

„Insbesondere muss die Heimatuniversität ein ‚Bleibeangebot‘ machen, bevor in Heidelberg Entscheidungen fallen – und das hat sich leider verzögert“. Dennoch sei das Berufungsverfahren mit Henry Keazor auf einem guten Weg. Keazor selbst möchte sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht zu der Situation äußern, da die Verhandlungen noch nicht abgeschlossen sind. 

Da es für die unbesetzte Professur eine Vertretung gibt, sei die Lehre laut Untermann nicht beeinträchtigt. Anfangs wurde die vakante Professur von Nicola Suthor ertreten, die jedoch nach nur drei Semestern von Gerald Schröder, der die Vertretung bis zur festen Besetzung des Lehrstuhls innehaben soll, abgelöst wurde. 

Diesen Wechsel sieht die Fachschaft kritisch und widerspricht dem Institutssprecher: „Es gibt wenig Konstanz im Profil des Instituts“, kritisiert sie die Situation. Außerdem komme die Neuere Kunstgeschichte zu kurz, da Schröder seinen Fokus primär auf die Neueste Kunstgeschichte lege. 

Befürchtungen, dass Studenten, die Oberseminare bei Schröder besuchen, ihren Abschluss bei dem ihnen noch unbekannten Keazor ablegen müssen, sind jedoch unbegründet: Die Prüfungsberechtigung eines Dozenten gilt nach seinem Weggang vom IEK noch zwei Jahre. Zudem trat vor kurzem eine Regelung in Kraft, nach der auch jeder promovierte Dozent am IEK Bachelor-Prüflinge annehmen kann. Die Fachschaft befürchtet durch diese Regelung jedoch eine Abwertung des Bachelor-Abschlusses. 

Zusätzlich ist seit kurzem die Professur für Mittelalterliche Kunstgeschichte unbesetzt, die ebenfalls vorübergehend vertreten wird. Die Fachschaft befürchtet, dass sich die Besetzung ähnlich lange hinziehen könnte. Danach sieht es jedoch laut Untermann momentan nicht aus: Anfang Januar fanden die Bewerbungsvorträge statt, die laut Untermann erfreulich verliefen. Wenn die notwendigen auswärtigen Gutachten aus dem In- und Ausland vorliegen, „können die verschiedenen Instanzen der Universität im Laufe des Sommersemesters 2012 über die Liste und die Berufung entscheiden“, erklärt er. Anschließend würden die Verhandlungen mit dem Rektorat geführt werden. 
Sofern keine Verzögerungen eintreten, werde der neue Professor die Stelle zum Sommersemester 2013 antreten. 

Am IEK gibt es je einen Lehrstuhl für Mittelalterliche Architektur, Mittelalterliche Kunstgeschichte, Neuere Kunstgeschichte sowie Neuere und Neueste Kunstgeschichte.

von Sandra Zimmermann
   

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