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04.06.2010:

Stone Temple Pilots - Stone Temple Pilots

Parkettstampfer und Sommernachtshüpfer

126_cd_stone_temple_pilots.jpgWer hätte vor ein paar Jahren auf eine neue Platte der Stone Temple Pilots gewettet? Scott Weilands Heroinsucht, Bandauflösung, die faden "Velvet Revolver" - alles schien dagegen zu sprechen. Doch die Herren aus San Diego haben sich wieder zusammengerauft und ein Album geschaffen, dass sich – noch eine Überraschung – hinter seinen Vorgängern nicht zu verstecken braucht.

Parkettstampfer und Sommernachtshüpfer

Pilot-Fans werden auf dem selbstbetitelten Werk weniger Bezüge zur kongenial-manischen „No. 4“ finden als zum Vorgänger „Shangri-La Dee Da“. Letztere lies mit ihrer gelösten, fast gut gelaunten Herangehensweise auf eine Besserung von Weilands Zustand hoffen. „Stone Temple Pilots“ setzt diesen Trend fort: Es ist eine harmonische, entspannte Rockplatte geworden, die melodiefokussiert und gekonnt auf den Punkt gespielt ist.

Statt in die Reunion-Falle zu tappen und der aktuellen Klang-Mode nachzujagen, haben sich die Pilots auf ihre alten Stärken besonnen und diese unter einem Vinyldach vereint. Von klassischen Parkettstampfen („Huckleberry Crumble“) über melodische Sommernachthüpfer („Cinnamon“) bis zu schwelgerischen Balladen, die den Post-Grunge-Weltschmerz der späten 90er wieder auferstehen lassen („Dare If You Dare“). Über allem thronen die grandiosen Lyrics von Scott Weiland, die dem Album seine zeitlose Poesi verleihen.

Die Stone Temple Pilots haben alles richtig gemacht, und noch wichtiger: Sie sind mit sich selbst im Reinen. Hoffen wir, dass das auch so bleibt.

von Lisa Grüterich   

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