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 Klecks und Klang
03.06.2010

Soulfly - Omen

Brachialästhet Max Cavalera pflügt durchs Gemüsebeet

Metalheads dürfen aufatmen: Soulfly haben ihre World-Music-Anklänge von einst endgültig in die Tonne gekloppt. Ihr siebtes Studioalbum "Omen" schwitzt wieder Blut und Wasser in Reinform. Klingt eintönig? Ist nicht so.

Metalheads dürfen aufatmen: Soulfly haben ihre World-Music-Anklänge nun endgültig in die Tonne gekloppt. Auf „Omen“, dem mittlerweile siebten Studioalbum der Brachialästheten, regiert wieder der Thrash-Metal, als unangefochtener Leviathan.

Ein Blick in die Tracklist („Bloodpath & Beyond“, „Off With Your Heads“) macht klar, dass hier nur die Harten in' Garten kommen. Doch selbst für die wird es heikel, wenn Frontman Max Cavalera mit der Gitarrenriff-Harke durchs Gemüsebeet pflügt.

„Great Depression“ knüppelt in klassischer Sepultura-Manier daher. Das straighte „Jeffrey Dahmer“ (benannt nach einem US-Serienmörder) packt flugs das große Buttermesser aus und schnetzelt genüsslich durch die Gegend.

Moshpit-Raserei und Verzweiflung

Obwohl die Platte Blut und Rotz schwitzt, finden sich inmitten der Aggro-Licks und Donnerbässe auch kreativ komponierte Appetithäppchen. So ergießt sich „Lethal Injection“ zwischenzeitlich in trashigen Gitarrenspielereien à la 1989er NES-Konsole, während das groovige „Kingdom“ von seiner kernig-originellen Melodieführung profitiert (jedoch darüber leider gegen Ende an Durchschlagskraft verliert).

Als heimliches Juwel der Platte strahlt „Rise Of The Fallen“: ein überraschendes Duett mit Greg Puciato (The Dillinger Escape Plan), das am unteren Ende der Gemüts-Skala wilde Moshpit-Raserei mit doomiger Verzweiflung kombiniert und dabei verflucht überzeugend klingt.

Gänzlich aus dem Rahmen fällt der Schlusstrack „Soulfly VII“: Dieser ist als softer Instrumental-Ausklang nach dem 40-minütigen Parforce-Ritt zwar eine kleine Wohltat fürs Innenohr, wirkt aber im Plattenkontext so passend wie Jack Johnson auf einer Kellerparty mit Slayer.

von Lisa Grüterich
   

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