|
ruprecht auf Facebook
Unsere
Fan-Seite
Andere Studizeitungen
ruprechts Liste von
Studierendenzeitungen im deutschsprachigen Raum
ruprecht-RSS
ruprecht-Nachrichten per
RSS-Feed
studis-online.de
fzs.de
telepolis.de
Klecks und Klang
17.02.2010
Der Würfel zum Glück - Teil 8 Am seidenen Faden: Martha Argerich spielt Chopins Präludien
Martha Argerichs Einspielung der "Préludes" gelingt dieser interpretatorische Drahtseilakt - und das lückenlos. Die Aufnahmen entstanden in den siebziger Jahren, da war Martha Argerich Mitte dreißig und ihr Triumph beim Prager Chopin-Wettbewerb, der sie an die Weltspitze der Konzertpianisten katapultiert hatte, schon zehn Jahre her. Inzwischen hat sich die argentinische Pianistin von den Solopartien verabschiedet und wirkt so gut wie ausschließlich in Kammermusikensembles und bei Klavierkonzerten mit Orchesterbegleitung mit. Unerhört! Die grand-dame des Konzertflügels wollte eigentlich nie Pianistin sein. In einem ihrer seltenen Interviews erzählte sie, sie habe sich als knapp Dreijährige nur ans Klavier gesetzt, um einem quengelnden Spielkameraden zum Schweigen zu bringen. Der nämlich behauptete wann immer sich eine Gelegenheit dazu ergab, dass sie, Martha, das bestimmt nicht könne. Sieben Jahre später musste sie, das Wunderkind, unter Aufsicht ihres Lehrers Vincenzo Scaramuzza wöchentlich zwei Etüden von Chopin einstudieren – ein gigantisches Ausmaß an Hausaufgaben für eine Zehnjährige. Die Karriere als Virtuosin war für Martha Argerich stets ohne Alternative. Und so behauptete sie noch am Zenit ihres künstlerischen Schaffens, Klavier spielen sei „eigentlich das Einzige, was ich mehr oder weniger kann.“ Muss man das kennen? Martha Argerich ist unbestreitbar erinnerungswürdig. Chopins Klaviermusik hingegen macht mehr Spaß, wenn man sie spielt statt ihr nur zu lauschen. Wer Lust auf mehr Klassik-Klassiker hat, beim ruprecht virtuell mithören: Auf www.ruprecht.de schreiben wir jede Woche über eine CD aus der Jubiläumsedition der Deutschen Grammophon, und klopfen dabei den Kanon der klassischen Musik nach Ohrwürmern, Unerhörtem, Eingestaubtem und Entdeckenswertem ab. Natürlich völlig subjektiv, in manchen Fällen sogar schonungslos.... |