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01.07.2008:

Am buchstäblichen Arsch der Welt

Dinge, die zwischen mir und der Zivilisation stehen

Ich bin eingesperrt. Abgeschottet von der Außenwelt. Nicht genug, dass ich in Ziegelhausen am buchstäblichen Arsch der Welt wohne. Zu allem Überfluss ist letzte Woche die baufällige Treppe, die mein Haus mit der nächstgelegenen Bushaltestelle verbindet, eingestürzt. Zwischen mir und der Zivilisation: ein rostiges Absperrgitter und ein riesengroßer Krater. Dem Gang in die Uni geht nun eine Pilgerschaft durch die öde Hügellandschaft der Heidelberg-Peripherie voran. Ein Albtraum!

Viel schlimmer jedoch war die Telefon-Odyssee, auf die ich mich naiverweise eingelassen habe, um eine simple Auskunft zu erhalten: „Wie lange, ungefähr, werden die Baumaßnahmen wohl dauern?“ Nur um zu wissen, ob ich schon mal anfangen soll, Vorräte für den Winter anzulegen. Erster Anlauf: Bürgeramt. Nach vielen vergeblichen Anrufen endlich eine Azubine am Hörer: „Da müsse Se maa beim Tiefbauamt aaruufe.“ Zweiter Versuch. Eine halbe Stunde lang bimmelt mir ein schadenfrohes Besetztzeichen entgegen. Dann endlich: ein Tiefbaubeamter am Apparat. Der entpuppt sich als genauso hilfreich wie ein Sandkasten in der Wüste und verweist an seinen Kollegen.

Tage vergehen, bis ich diesen am Telefon habe, und auch der hat von Tuten und Blasen keine Ahnung. Wer denn mit dem Bau beauftragt sei, fragt er mich. Niedlich... und das soll ich ihm sagen? Er verspricht zurückzurufen, sobald er etwas herausbekommen hat. Großes Kino. In der Zeit hätte ich die Treppe auch selbst bauen können. Im Geiste notiere ich kleinkallibrige Waffen auf meinem Hamstereinkaufszettel. Und frage mich, ob achtzig Kilo Brot reichen, um über den Winter zu kommen.

von Lisa Grüterich   

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