Hoch und ProzentigKneipenkritik Nr. 26: Die Turm-LoungeHier wird gebaut. Am Ende einer dunklen Gasse mit Bauzäunen, Matschpfützen und alten Paletten leuchtet eine kleine Eingangstür. Gefährliche Untiefen und finstere Türsteher lauern auf dem Weg. Was wartet in dem monströsen Gebäude? Es warten schöne Ausblicke und Cocktails vom Feinsten. „Der Turm“, die neue Cocktail-Lounge hoch oben im Neubau der Alten Glockengießerei hat eine harte Schale und einen weichen Kern. Der super Blick über Heidelberg und tolles innenarchitektonisches Design entschädigen für alles. Drei Jahre Planung stecken in diesem Projekt, verrät Betreiber Manuel Altunkaya. Die Ausstattung sieht entsprechend aus: Von trendigen Sofas und dunkelroten Wänden ist frau angetan! Einen Stock höher wird mann für seine Geduld beim „so will ich das auch bei uns!“ entschädigt. Die obere Ebene erstrahlt in maskulinem Dunkelblau. Nach seinem Geschmack sind die Barhocker an den riesigen Fenstern, in denen sich das weibliche Publikum spiegelt. Auch ohne DJ wird die Lounge mit chilliger Musik beschallt. Das Aufstehen – für frau nach einem Cocktail sowieso kompliziert –, fällt beiden dadurch noch schwerer. Für das leibliche Wohl öffnet im Frühjahr unten im Turm ein Café. Insgesamt eine gute Alternative zur Print Media Lounge, obwohl deren Architektur schwer zu schlagen ist. „Die haben das tolle Gebäude, wir den Blick.“ sagt Manuel Altunkaya. Die Aussicht wird bei Schlossbeleuchtung Bonuspunkte bringen. (wag, gru) |